Medien : Ein williger Gebührenzahler

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Herr Widmann, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Ist es noch erlaubt, über die Quote zu klagen? Über den Bildungsauftrag der ÖffentlichRechtlichen zu jammern, ist auch kaum noch erlaubt – in Mode ist, die Gebührenzahlerei in Frage zu stellen. Ich bekenne vollkommen unmodisch, ein williger Gebührenzahler zu sein! Aber bitteschön nicht, um mit dem Geld immer mehr programmplanerischen Populismus zu pflegen. Bei ARD und ZDF will ich Brot, nicht Spiele, Journalismus statt „Sendeformate“ auf Zuschauerfang. Gekürzte ARD-Politmagazine, dafür frühere „Tagesthemen“ für die Einschaltquote – das ist eine traurige Alternative.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Über die Zeitschrift „Park Avenue“, ein, philosophisch betrachtet, zweckfreies, dem Genuss gewidmetes Produkt. Da ist zwar einige Detailarbeit zu leisten, um zwischen den anderen Hochglanztiteln besonders zu glänzen. In diesen harten Zeiten könnte daraus jedoch das Rück-Ticket einer nonchalanten neuen Avantgarde in die hedonistischen Neunziger werden. Wie betitelte Chefredakteur von Schönburg sein Ratgeberbuch? „Die Kunst des stilvollen Verarmens“ – voilà.

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