Eine Million Zuschauer weniger : "Dschungelcamp" verliert junges Publikum

RTL-Show hat in der aktuellen Staffel durchschnittlich 6,84 Million Zuschauer. 2014 waren es 7,79 Millionen. Aber die Akademiker schalten wie gewohnt ein

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Walter Freiwald ist eine Rampelsau, aber keine Quotengarantie.
Walter Freiwald ist eine Rampelsau, aber keine Quotengarantie.Screenshot: RTL

Ein Walter Freiwald reicht eben nicht. Rund eine Million Zuschauer sind dem RTL-Dschungelcamp "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Vergleich zum Vorjahr verloren gegangen: In den ersten sechs Ausgaben zwischen Freitag und Mittwoch saßen durchschnittlich 6,84 Millionen Menschen vor jeder Sendung, 2014 waren es in dem gleichen Zeitraum noch 7,79 Millionen.

Die Deutsche Presse-Agentur hat nach den Gründen gefahndet und ist bei der Marktforschungsfirmae Media Control fündig geworden. Erster Befund: Vor allem jüngere Menschen wandten sich vom Promi-Treiben in Australien ab. Als Basis dienten dafür die Messungen der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg. Der Marktanteil beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 19 Jahren ging von 50,7 Prozent auf 45,3 Prozent zurück, bei den 20- bis 29-jährigen von 51,0 auf 44,9 Prozent. Da kann es nicht Wunder nehmen, dass das motzige TV-Sternchen Angelina Heger die Koffer gepackt und das Dschungelcamp verlassen hat. Die 22-Jährige muss geahnt haben, dass sie neben dem peinlichen Ex-Teleshopping-Moderator Freiwald - 60 Jahre alt - wird nicht reüssieren kann. Sollen die Alten halt Walter schauen, Angelina haut ab.

Fast stabil sind die "Dschungelcamp"-Werte beim älteren Publikum zwischen 50 und 64 mit 25,6 Prozent (25,9 Prozent) und über 65 mit 13,2 (13,3 Prozent). Vor allem jüngere Frauen, die RTL bisher einsame Spitzenwerte garantierten, waren weniger angefixt: Bei den 14- bis 19-Jährigen ging der Marktanteil von 56,4 auf 46,2 Prozent zurück, bei den 20- bis 29-jährigen von 57,9 auf 49,1 Prozent (in absoluten Zahlen: von 730 000 auf 480 000). Bei den Männern ist der Rückgang schwächer. Die Berufsgruppe der Angestellten, stellt mit 34,8 Prozent (39,2 Prozent) zwar das größte Kontingent, hat aber auch die größten Verluste (absolut: von 3,06 auf 2,46 Millionen).

Akademiker bleiben dem Camp-Treiben treu

Überraschend stabil hält sich die Gruppe der Zuschauer mit Studienabschluss, die mit 23,8 Prozent ihren Vorjahreswert wieder erreichte. Auch in fast allen Bundesländern nahm das Interesse ab. Auffällig aber ist die leichte Zunahme in Nordrhein-Westfalen von 32,2 auf 33,0 Prozent - in absoluten Zahlen bedeutet dies immer noch ein Rückgang on 1,84 auf 1,76 Millionen. Am wenigsten Lust verspürten bislang im übrigen die Brandenburger (20,4 Prozent), während Rheinland-Pfalz mit 35,3 Prozent führt.

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