Medien : Eine Sprache verschwindet

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Zwanzig Jahre hat Berkane in Frankreich gelebt, dann kehrt er nach Algerien zurück. Dort gibt er sich seinen Kindheitserinnerungen hin, dem Rauschen des Meeres und dem Klang arabischer Poesie. Die Erinnerungen fördern auch Szenen aus einem Gefangenenlager zutage, in dem Berkane als Jugendlicher in den Sechzigerjahren inhaftiert war. „La disparition de la langue française“ hieß der im französischen Original 2003 erschienene Roman der algerischen Friedenspreisträgerin, der anders als meistens bei Assia Djebar einen männlichen Protagonisten hat. Ein Bedauern klingt mit im Titel des Buches: So sehr das Verschwinden des Französischen ein Abschied von den Nachwirkungen des Kolonialismus ist, so sehr ist es der Grund, auf dem sich eine weltoffene Kultur entfaltet hat.clk


Dieses Buch bestellen Assia Djebar: Das verlorene Wort. Roman. Aus dem Französischen von Beate Thill. Unionsverlag, Zürich 2004. 256 Seiten, 19,90 €.

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