Medien : Einstein und das Hubble-Teleskop

Tom Peuckert

verrät, was Sie nicht verpassen sollten Bekanntlich hat die moderne Medizin viel Segen über die Menschheit gebracht. Aber es gibt auch dunkle Flecken. Manche Heilungserfolge werden mit heftigen Nebenwirkungen erkauft. Der gemeine Schulmediziner steht im Verdacht, gern mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Dagegen wirkt die Heilkunst des Samuel Hahnemann wie ein sanfter Befreiungsschlag. Unfassbar winzige Dosen natürlicher Stoffe, die den Körper zur Selbstheilung anregen. Similia similibus curentur, so die Kernformel der Hahnemannschen Homöopathie. Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Vor genau 250 Jahren kam Samuel Hahnemann in Meißen zur Welt. Kathrin Aehnlichs Feature „Heilkunde der Erfahrung“ erinnert an die Lebensleistung des großen Forschers und Experimentators (Kulturradio, 6. April, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

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Die Einstein-Reihe im Deutschlandradio überrascht uns mit einem Plädoyer für die Existenz außerirdischer Lebensformen. Autor Matthias Eckoldt hat zeitgenössische Astrophysiker getroffen, die diesbezüglich faszinierende Statistiken vorweisen können. Dank Einsteinscher Theoriearbeit und den Beobachtungskünsten des Hubble-Teleskops glaubt man mittlerweile, die Zahl der erdähnlichen Welten im Universum ungefähr berechnen zu können. Es geht um die stattliche Menge von zehn hoch zwanzig Planeten, auf denen Leben physikalisch denkbar wäre. Warum sollten wir da ganz alleine sein? In Eckoldts Feature „Von Sternen und lebenden Wesen“ kommt auch der gute, alte Erich von Däniken zu Wort (6. April, 19 Uhr 30, UKW 89,6 MHz).

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Die Hauptfigur in Sabine Steins Hörspiel „Ich bin Miriam“ hat keinen Blick für die Sterne. Die Mühen ihrer irdischen Existenz verschlingen alle Aufmerksamkeit. Miriam gehört seit kurzem zum Millionenheer der Arbeitslosen. Dabei hatte das Leben der jungen Frau so hoffnungsvoll angefangen: Juristisches Prädikatsexamen, Anstellung bei einer renommierten Unternehmensberatung. Aber jetzt ist Miriam in ein schwarzes Loch gefallen. Ihre Lebenskrise ist unser Alltag: eine zunehmend chronische Unterversorgung der Gesellschaft mit Erwerbsarbeit. Die Rückkehr des Raubtierkapitalismus mit all seinen psychischen Kosten (Kulturradio, 8. April, 22 Uhr 04).

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Wer dagegen mit seiner Arbeit noch gutes Geld verdient, gibt es erfahrungsgemäß nicht gern an die Staatskasse weiter. Steuern sparen möchte jeder. Wer es mit der Vorteilssuche übertreibt, bekommt eines Morgens vielleicht Besuch von der Steuerfahndung. In Walter Bruns Feature „Guten Morgen, Steuerfahndung!“ erfahren wir fast alles über die Arbeit dieser ungeliebten Behörde. Da geht es nicht um die betulichen Prüfer vom Finanzamt, sondern um eine Art schnelle Eingreiftruppe mit Durchsuchungsbeschluss und Beschlagnahmungsabsicht (Kulturradio, 9. April, 9 Uhr 05).

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Volker Brauns Hörspiel „Das unbesetzte Gebiet“ erzählt eine Geschichte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Anderthalb Monate lang blieb im Mai und Juni 1945 das erzgebirgische Kaff Schwarzenberg unbesetzt. Die Nazi-Autoritäten waren untergegangen, die Siegermächte hatten den abgelegenen Ort einfach vergessen. Ein politisches Chaos, das auch sozialromantische Träume erlaubte. Bereits Stefan Heym hat der kurzlebigen Republik einen Roman gewidmet. Nun sinnt der Dichterphilosoph Braun den historischen Möglichkeiten und ihrem realen Untergang nach (Deutschlandfunk, 9. April, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

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