Einstweilige Verfügung : Papst Benedikt geht gegen die „Titanic“ vor
11.07.2012 00:00 UhrDer Rechtsstreit ist wohl noch nicht beendet
Die „Titanic“ unterschrieb die Unterlassungserklärung allerdings nicht, deshalb kam es jetzt zu der einstweiligen Verfügung. Doch damit ist der Rechtsstreit wohl noch nicht beendet. Denn nach Ansicht von „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer handelt es sich um ein Missverständnis. Der aktuelle Titel zeige einen Papst, der nach Aufklärung der Spitzelaffäre Vatileaks feiert und im Überschwang „ein Glas Limonade“ über seine Soutane verschüttet habe. Die braunen Flecken seien Spuren einer Schokoladentorte, die dem Papst überreicht worden sei und auf die er sich versehentlich gesetzt habe. „Wir zeigen den Papst also von einer sehr menschlichen Seite“, sagte Fischer. „Wir hoffen jetzt darauf, dass sich der Papst auf seine christliche Nächstenliebe besinnt und die ,Titanic‘ nicht verbietet“, sagte Fischer.
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Das Satiremagazin "Titanic" hat sich einen derben Spaß mit Papst Benedikt XVI erlaubt - dieser hat nun eine einstweilige Verfügung gegen das Heft erwirkt. Was denken Sie darüber?
Sollte der Vatikan allerdings bei seiner vermeintlichen Fehlinterpretation bleiben, würde sich die „Titanic“ gegen die einstweilige Verfügung wehren. „Wir sind bereit, durch alle Instanzen zu gehen – bis hin zum Jüngsten Gericht“, sagte Fischer. Zwar ist es das erste Mal, dass ein Papst zivilrechtlich gegen „Titanic“ vorgeht – allerdings nicht das erste Mal, dass das Magazin Ärger wegen satirischer Darstellung von Glaubensinhalten bekommt. Zuletzt hatte es im April 2010 den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufgegriffen und auf dem Titelbild einen Priester gezeigt, dessen Gesicht sich dem Genitalbereich des gekreuzigten Jesus zuwendet. 18 Strafanzeigen gingen ein, die Staatsanwaltschaft Frankfurt lehnte die Einleitung eines Strafverfahrens gegen „Titanic“ aber ab. Der Deutsche Presserat wies Beschwerden über die Kirchen-Karikatur ebenfalls als unbegründet zurück.
Auch dieses Mal wird die „Titanic“ wieder recht bekommen, ist Fischer überzeugt: „Satire hat in Deutschland einen weiten Spielraum. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir Erfolg haben werden.“ Sollte eine Einigung mit Benedikt XVI. nicht zustande kommen, werde das Heft möglicherweise ohne Titel verkauft. Eines steht jetzt schon fest: Bessere Werbung hätte der Papst dem Magazin kaum bescheren können.





