Medien : „Elefanten und zwei Top-Frauen“ ZDF-Chef Nikolaus Brender

über das zweite Fernsehduell

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Verstehen Sie noch, wieso ARD und ZDF auf die Premiere des TV-Duells verzichtet haben?

Heute mehr denn je. Endspielstimmung liegt in der Luft. Nach dem Unentschieden wollen die Zuschauer jetzt wissen: Wer hat die besseren Argumente? Wer ist der bessere Kanzler? Der Kanzler will es Stoiber zeigen. Und der will es sich und dem Kanzler beweisen.

Das erste Duell glich einem „Staatsquiz“. Was ist zu tun, um das Format zu entkrampfen?

Unverkrampfte Moderatorinnen und Debattierer ohne Krampf. Auf keinen Fall wird ein Staatszirkus daraus. Immerhin haben 15 Millionen das letzte Duell verfolgt. So langweilig kann es denn doch nicht gewesen sein.

Nach Duell eins hatten Sie gesagt, an den Regeln hätte es nicht gelegen, dass die 75 Minuten so steif abgelaufen sind. Haben Christiansen und Illner einen größeren Spielraum?

Die Regeln lassen genügend Spiel. Überraschende Fragen sind nicht verboten. Hartnäckiges Nachfragen ist sehr wohl erlaubt und schnelle Wechsel mehr als erwünscht.

Journalistinnen fragen, Politiker antworten. Garantiert das die Spannung am Sonntag?

Wenn Politiker auf das antworten, was Journalistinnen fragen, ist viel gewonnen. Eröffnen die Antworten neue Einsichten, ist Spannung garantiert. Jeder will sehen, wie die Elefanten mit zwei Top-Frauen klarkommen.

Welche Themenfelder werden abgegrast?

Da wird nicht gegrast, aber gegraben: Nach dem Politikverständnis beider Kandidaten, nach den Zukunftsperspektiven, nach klaren Linien der Politik für uns Bürger.

Und die permanente Durchsage des „Zeitkontos“?

Der Hinweis auf das Zeitkonto beruhigt alle Zuschauer. Den Fans wird signalisiert, dass ihr Favorit nicht benachteiligt wird. Den Unentschiedenen ist der Hinweis ein Zeichen für Fairness.

Was werden Stoiber und Schröder anders machen als am 25. August?

Schön wäre, wenn sie zivilisierte Standards zurückgewinnen könnten. Spreche ich jemanden an, sehe ich ihn an. Stoiber nach rechts oben schielend und Schröder nach links unten muffelnd: Das muss nicht sein.

Das Gespräch führte Joachim Huber.

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