Ellis Kaut gestorben : Die Pumuckl-Erfinderin ist tot

Pumuckl hat Generationen von Kindern begeistert. Nun ist Ellis Kaut, die Schöpferin des rothaarigen Koboldes, im Alter von 94 Jahren gestorben.

Markus Ehrenberg
"Pumuckl"-Erfinderin Ellis Kaut ist tot.
"Pumuckl"-Erfinderin Ellis Kaut ist tot.Foto: dpa

Wenn denn ein besonders markantes Geräusch oder ein besonders bekannter Ausruf ins Fernsehmuseum gehört, dann ist dieses knackig-laute "Hurrah, Hurrah, der Pumuckl ist da!". Unvergessen dazu die struppligen roten Haare eines gezeichneten Kobolds, die genervten Blicke des Meister Eder, gespielt von Gustl Bayrhammer.

Überhaupt schon dieser Name für eine Figur, die Kinder interessieren soll, eine Verkleinerungsform von Nepomuk, darauf musste die Erfinderin Ellis Kaut ja erst mal kommen. Und die Geschichte. Ein rothaariger Kobold, der bei einem Schreinermeister namens Franz Eder lebt, seitdem er an dessen Leimtopf kleben geblieben ist. Dadurch wurde der kleine Nachfahr der Klabautermänner für den Schreiner sichtbar und ist durch ein Koboldsgesetz verpflichtet, fortan bei ihm zu bleiben.

Das hatte sich die 1920 in Stuttgart geborene und früh mit ihren Eltern nach München gezogene Schriftstellerin Ellis Kaut 1962 für eine Hörspielserie beim Bayerischen Rundfunk ausgedacht. Der Name „Pumuckl“ entstand laut Aussage der Autorin bei einem Skiausflug. Bei einem Spaziergang durch die Winterlandschaft habe sie ihrem Ehemann den Schnee von den Ästen in seinen Nacken geschüttelt. Er habe daraufhin gesagt: „Du bist ja ein rechter Pumuckl!“.

Seitdem, seit 50 Jahren, treibt der Pumuckl in unzähligen Hörspielen, Fernsehsendungen und Büchern seine Streiche. Im Alter von 94 Jahren ist die Erfinderin dieses kleinen Quälgeisters am frühen Donnerstagmorgen nach langer Krankheit in einem Pflegeheim bei München gestorben.

Und dann auch noch "Uli der Fehlerteufel"

Bis zuletzt hatte Kaut verfolgt, wie es um „ihren“ Kobold stand - und seine Abmagerungskur hatte ihr gar nicht gefallen. „Scheußlich“ habe sie den schlanken Kobold gefunden, sagte ihre Tochter Uschi Bagnall. Der StuttgarterKosmos-Verlags Verlag hatte den Helden für eine neue Ausgabe moderner zeichnen lassen. Der Illustrator hatte ihn daraufhin sportlicher und schlanker gestaltet und damit empörte Reaktionen der Fans ausgelöst. Schnell war klar, dass Pumuckl seinen Bauch zurückbekommt.

Pumuckl, ein Lebenswerk. Immer noch sollen bis zuletzt gelegentlich Kinder plötzlich vor Kauts Haustür im Münchner Stadtteil Obermenzing gestanden und um ein Autogramm gebeten haben. „Ich weiß nicht, was die vielen Menschen mit all den Unterschriften anfangen“, wunderte sie sich.

Abneigung gegen Katzen


Pumuckl war jedoch nicht Kauts einziges Werk. Für den BR schrieb die gelernte Schauspielerin und Bildhauerin Hunderte von Beiträgen für Schulfunk und für Frauenmagazin. Eine Erfolgsstory wurden neben Pumuckl die 120 Geschichten vom „Kater Musch“ oder auch "Uli der Fehlerteufel“, der in Rechtschreibfibeln westdeutscher Schüler Buchstaben verdrehte oder ganze Wörter stahl. Die Kinder mussten die Fehler berichtigen.

Erst 2009 mit der Veröffentlichung ihrer Autobiografie „Nur ich sag ich zu mir“ legte Ellis Kaut den Stift endgültig hin. Mit ihren Geschichten, mit Pumuckl bleibt Ellis Kaut unsterblich. „Meister Eder und sein Pumuckl“ wird immer wieder im Fernsehen ausgestrahlt. Mit viel knisterndem Papier, der starken Abneigung gegen Katzen, dem Schlafen in einem Haufen Sägespäne, dem Ärger mit Meister Eder und dem Schrei: "Der Pumuckl ist wieder da!".


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