Ende einer Ära : Das US-Magazin „Newsweek“ gibt es nur noch digital

Nach fast 80 Jahren wird die Print-Version des US-Magazin mit der Ausgabe vom 31. Dezember eingestellt. Aus Kostengründen soll es nur noch online erscheinen.

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Immer wieder ist es Tina Brown gelungen, Magazine umzukrempeln und neu zu beleben: den britischen „Tatler“, das US-Hochglanzblatt „Vanity Fair“, den „New Yorker“. Bei der „Newsweek“ hat es die Journalistin nicht geschafft. Nach fast 80 Jahren wird das US-Magazin mit der Ausgabe vom 31. Dezember als Printprodukt eingestellt, wie Brown am Donnerstag auf der Website thedailybeast.com mitteilte. Ab Januar erscheint die „Newsweek“ nur noch digital.

Dabei gab es vor zwei Jahren noch Hoffnung für das Traditionsblatt. Damals war Brown als Chefredakteurin von Verleger Sidney Harman geholt worden, um ein neues Konzept umzusetzen: Sie sollte ihre Website „The Daily Beast“ mit der „Newsweek“ fusionieren, beide Publikationen sollten dadurch gestärkt werden: „The Daily Beast“ durch die journalistisch renommierte „Newsweek“. Das wöchentlich erscheinende Magazin durch die rund um die Uhr aktualisierte Website. Das Konzept ging nur einseitig auf. Während „The Daily Beast“ heute nach eigenen Angaben mit monatlich 15 Millionen Nutzern 70 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr zählt, hat die Printausgabe zuletzt an Auflage und Anzeigen verloren.

Mit der digitalen Ausgabe „Newsweek Global“ wird nun auf das wachsende Publikum gezielt, das mobil auf Tablet-PCs wie dem iPad liest. „Wir wandeln ,Newsweek‘ nur um, wir sagen aber nicht auf Wiedersehen“, schreibt Brown. Die journalistische Qualität werde weiterhin erhalten bleiben.

Nächstes Jahr feiert die „Newsweek“ ihr rundes Jubiläum. Neugeboren.

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