Medien : Engel, K2 und Königin

Tom Peuckert

verrät, was Sie nicht verpassen sollten Die deutsche Journalistin Bettina Rühl hat viele Jahre in Afrika gearbeitet. Mit staunenswerter Unerschrockenheit ist sie durch die dunkelsten Krisenzonen des Kontinents gereist. In ihrem Feature „Über Leben“ geht es um die Kreisläufe der Gewalt in den Bürger- und Stammeskriegen von Liberia, Somalia, Sierra Leone. Aber noch mehr geht es um Menschen, denen es gelungen ist, diese Kreisläufe wenigstens für einen Augenblick zu stoppen. Um Friedensengel des Alltags, Helden der Versöhnung (SWR 2, 15. Dezember, 21 Uhr 03, Kabel UKW 107,85 MHz).

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Wer hat beim Anblick des scheinbar mühelos aus der Leitung fließenden Trinkwassers noch nie Sorge empfunden? Wird das Lebenselixier für alle Zeiten so reichlich vorhanden sein? Wird es Natur und Wissenschaft gelingen, aus verseuchter Flüssigkeit immer wieder neues Trinkwasser zu zaubern? Leben wir auf Kosten kommender Generationen? Autor Kurt Kreiler hat sich unter Wasserforschern umgehört. Sein Feature „Was ist gutes Wasser?“ erzählt vom biologischen Gedächtnis des Wassers, von den Unterschieden zwischen Reinigung und Regeneration, kurz: von der Zukunft des Lebens auf der Erde (Kulturradio, 16. Dezember, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Ein französischer Insektenforscher als Hauptfigur einer Hörspiel-Serie. Der Dorfschullehrer Jean-Henri Fabre wurde vor hundert Jahren durch sein Buch „Souvenirs Entomologiques“ berühmt. Noch heute gilt das Werk im stilbegeisterten Frankreich als Maßstab für geschliffene und trotzdem populäre Wissenschaftsprosa. In zwölf Episoden erzählt Autor Peter Steinbach über „Die wunderbare Welt des Jean-Henri Fabre“ . Es geht um Insekten in ihrer natürlichen Umgebung, um Darwins Ideen und eine Wissenschaft, die allein aus sinnlicher Beobachtung entsteht. In der wunderbaren Welt des Herrn Fabre kommt auch die Liebe vor und der üppige Sinnengenuss à la francaise. Autor Steinbach zieht alle Register des Populären, versetzt seinen Gelehrten schon mal in das Ambiente einer Seifenoper. Eine Geräuschemacherin hat die Serie exklusiv betreut, ein Komponist dafür Chansons geschrieben (Deutschlandradio, 17.Dezember, 19 Uhr 05, weitere Folgen am 19. und 20. Dezember, UKW 89,6 MHz).

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Morgen hat Frank Castorfs Theaterfassung der „Schneekönigin“ Premiere. Nach allem, was man hört, hat der Volksbühnenchef seinen Andersen als heimlichen Erotomanen entdeckt. Ein Märchenautor, der in kindlichen Fabeln allerhand gefährliche Liebschaften versteckt. Wer die Geschichte von der reifen Schneeköniginund dem entführten Jungen noch einmal ohne viel Argwohn hören möchte, sei auf eine schöne Radioinszenierung für Kinder verwiesen (Deutschlandradio, 19. Dezember, 13 Uhr 30).

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Unaufhaltsam rückt Schillers 200. Todestag näher. Wer gern vorfristig feiert, dem empfehlen wir eine historische Hörspielinszenierung des „Don Carlos“ . Die Wirren und Intrigen am spanischen Hof und der Freiheitsdrang tüchtiger junger Männer, gespielt im Sound der deutschen Fünfziger. Ein bisschen hallt das große Pathos nach, ein bisschen ist man schon modern (SWR 2, 19. Dezember, 20 Uhr 05).

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