Medien : England - Deutschland: "The Krauts" sind auch nur Menschen

Bei der letzten EM 1996 erklärten Englands Massenblätter den "Krauts" (also den Sauerkraut mampfenden Deutschen) noch den Fußballkrieg. "Daily Mirror" setzte den Spielern Stuart Pearce und Paul Gascoigne Stahlhelme auf und drohte: "Für Dich, Fritz, ist die Euro 96 vorbei" (Bild links). Im Vorfeld des heutigen EM-Spiels sind die "Tabloids" von der Insel überaus zurückhaltend. Die Freitag-Ausgaben vermieden jedes "Hunnen-Bashing". "The Sun", sonst führend im Deutschen-Klatschen, räumte dem Botschafter in London, Hans-Friedrich von Ploetz, gar eine Seite ein, um die "exzellenten Beziehungen" zwischen den beiden Ländern zu rühmen (mittleres Bild). Der Botschafter übt sich dabei in Ironie - was auf der Insel immer ankommt. Die nach Greenwich-Ansage gültige Anstoßzeit in Charleroi, 19 Uhr 45 nämlich, nimmt er gekonnt-witzig auf, indem er feststellt: "Seit 1945 haben sich die Deutschen nicht übel verhalten." Üble Rempeleien gibt es in den Blättern vom Freitag keine. Die Schlagzeile "Shear cheer: They have no bier" im "Daily Star" greift die verletzungsbedingte Abwesenheit von Stürmer Oliver Bierhoff auf. "The Mirror" lässt nicht "Fritz", sondern Englands Coach Kevin Keegan in Kriegsgeschrei ausbrechen.

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