Medien : „Entweder bin ich irr oder die Welt“

Tom Peuckert

Wer erschoss Präsident Kennedy? Eine Frage, die Amerikas Volksseele nicht zur Ruhe kommen lässt. Es streiten Paranoiker und Arglose. Nun bringt ein Berliner Kultursender Licht in das Dunkel. Wer Kennedy erschoss und warum er es tat, offenbart Autor Christian Blees in seiner Sendung „Der Kaiser von Dallas“ . Blees hat im Berliner Stasi-Archiv ein sensationelles Tonband aus den frühen Sechzigern gefunden. Auf der Spur dieses Fundes reist der Autor rund um die Welt und landet bei einem alten Mann, der gerade an Lungenkrebs stirbt. Nach dessen Geständnis werden schwindelerregende Korrekturen unseres Weltbildes nötig. Und falls Autor Blees nicht die ganze Wahrheit sagt, so hat er doch fabelhaft gelogen (Kulturradio, 9. Juni, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

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Die britische Autorin Rona Munro erzählt im Psycho-Krimi „Eisen“ von einer Frau, die den Vater ihrer Tochter emordet hat. Seit fünfzehn Jahren sitzt sie im Gefängnis, nun kommt die Tochter zu Besuch. In kurzer Zeit holen Mutter und Tochter alle Stationen eines familiären Beziehungsdramas nach: aus Misstrauen wächst Liebe, von der die Tochter sich wieder emanzipieren will. Sie fragt nach der Schuld. Mit jedem Detail, das die Mutter preisgibt, verändert sich die Wahrheit über das Verbrechen (Deutschlandfunk, 10. Juni, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

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Tief in die Labyrinthe einer Künstlerseele führt Matthias Baxmanns Hörspiel „Entweder bin ich irr oder die Welt“ . Eine Collage aus frühen Tagebuchaufzeichnungen des Autors, Malers und Theaterregisseurs Einar Schleef. Wie kein zweiter seiner Generation hat der 1944 geborene die Tragödie der eigenen Biografie mit den Abgründen der jüngeren deutschen Geschichte in Beziehung gebracht. Kurz vor seinem Tod im Jahr 2001 hat Schleef die frühen Tagebücher noch einmal schriftlich kommentiert. Das Hörspiel collagiert Erlebnisse und Reflexionen dieses deutschen Extremkünstlers zu einer aufwühlenden Chronik (SWR 2, 11. Juni, 16 Uhr 05, Kabel UKW 107,85 MHz).

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