Medien : Er hat die „Zeit“ geprägt: Theo Sommer wird 75

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Gerade ist ein neues Buch von ihm erschienen. Es ist ein aktuelles Buch, nämlich das Porträt des Jahres, das in diesen Monaten eine so große Rolle spielte, 1945 ( 1945. Die Biographie eines Jahres, Rowohlt Verlag, Reinbek). Davon versteht Theo Sommer etwas, denn er war dabei: als 14jähriger Adolf-Hitler-Schüler, der Steuerungselemente für Hitlers Wunderwaffe V 2 nietete, als Werwolf-Aspirant auf Sondermission nach Berlin, das er indessen nicht mehr erreichte, als letztes Aufgebot zur Verteidigung von Ulm, das dann doch zu spät kam, weil dort schon die Amerikaner waren. Der da zurückblickt, ist einer der großen Journalisten des Nachkriegs-Halbjahrhunderts, der seine Zeit mitgeprägt hat - vor allem, indem er die Wochenzeitung „Die Zeit“ geprägt hat. Denn entgegen dem Eindruck, dass Journalisten eine besonders mobile Gattung seien, ist Theo Sommer diesem Blatt treu geblieben, erst als Redakteur, dann bald zwanzig Jahre als Chefredakteur, dann als Herausgeber, nun – wie es hamburgisch-fein, also englisch im Impressum heißt – als editor-in-large. Die Gräfin Dönhoff hat ihn seinerzeit geholt, als die „Zeit“ den großen Aufstieg begann, von der Nachkriegsgründung, die hin und her geschüttelt wurde in den Unsicherheiten der frühen Jahre der Bundesrepublik, zum Flaggschiff des deutschen Journalismus, einer Institution für die alte Bundesrepublik und ihre aufgeklärten Milieus. Die Erfolgsgeschichte ist nicht zuletzt sein Verdienst. Bevor Theo Sommer, vielleicht, auf die fast guiness-rekordhafte Zugehörigkeit von einem halben Jahrhundert zu der Hamburger Wochenzeitung zurückblicken kann, wird er an diesem Freitag erst einmal 75 Jahre alt.Rdh.

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