Medien : „Er war einer der klügsten Journalisten“ Politiker erinnern sich

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Theo Waigel, ExFinanzminister: Jede Begegnung mit Herbert Riehl-Heyse war ein Gewinn, obwohl wir politisch oft nicht einer Meinung waren. Ich kenne ihn seit Ende der 60er Jahre. Erst hat er mich einen Konservativen genannt, das hat mich geärgert, später einen Progressiven, das hat mir geschadet in der Partei. Ein Geheimnis kann ich jetzt lüften: 1976, als er seine herausragende Geschichte über die CSU- Klausurtagung in Wildbad Kreuth schrieb, auf der die CSU die Trennung von der CDU- Fraktion im Bundestag beschlossen hatte, da stand er nachmittags vor der Tür meiner Münchner Wohnung und klingelte. Er suchte jemanden, der dabei war. Ich habe ihn ein bisschen informiert. Der Tod von Herbert Riehl-Heyse ist ein großer Verlust. Keiner kann heute mehr das politische Geschehen vor einen Horizont stellen, keiner Nähe und Distanz verbinden wie er. Er war einer der klügsten Journalisten.

Gerhard Schröder, Bundeskanzler (Auszug aus dem Kondolenz-Schreiben an Gabriele Riehl-Heyse): Von den vielen Journalisten, die sich beruflich mit mir beschäftigen mussten – und umgekehrt –, war Herbert Riehl mir immer einer der anregendsten Gesprächspartner, und das keineswegs etwa wegen einer besonderen Milde seines Urteils über den politischen Betrieb. (…) Und ganz gewiss war ihm eines fremd: Furcht oder gar Ehrfurcht vor den Mächtigen.

Joschka Fischer, Außenminister: Ich bin bestürzt und traurig. Deutschland hat einen seiner großen Journalisten verloren.

Hans-Dietrich Genscher, Ex-Außenminister: Mit dem Tod von Herbert Riehl-Heyse verliert der deutsche Journalismus und damit die deutsche Zivilgesellschaft einen herausragenden Repräsentanten einer offenen Gesellschaft. Herbert Riehl-Heyse hat als unabhängige Persönlichkeit einen wesentlichen Beitrag zur inneren Liberalität unseres Landes geleistet. Es wird nur schwer sein, die Lücke zu schließen, die Herbert Riehl-Heyse hinterlässt. Sein Andenken werden seine Familie, seine Freunde, seine Kollegen und seine Leser in ehrender Erinnerung bewahren. Er wird uns allen fehlen.

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