Medien : Erde, Mond, Buddha

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Tom Peuckert verrät, was

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Wenn ein Mensch schon mal über den Mond gelaufen ist, wie geht er dann über die Erde? Der FeatureAutor Friedrich SchützeQuest ist zur Beantwortung dieser Frage nach Amerika gefahren, um die einstigen Apollo- Astronauten zu treffen. Er lässt sich erzählen, wie sie nach so vielen Jahren ihr großes Abenteuer erinnern. Was ist nach der Rückkehr mit ihnen passiert? Welchen Beruf ergreift man, wenn man einmal Mondfahrer gewesen ist? Muss die Familie seither die immergleiche Heldengeschichte hören? Und vor allem: Wie denkt man über den Heimatplaneten, wenn man die Chance hatte, auf einem fremden herumzuspazieren? Gibt es tatsächlich den „Overview-Effekt", der durch Raumfahrtliteratur geistert? Wer die Erde einmal von außen sieht, heißt es, erkennt ihre Verletzlichkeit und fühlt sich fortan allen Menschen brüderlich verbunden. Im Feature „Hallo Erde, hier ist der Mond“ hören wir die Antwort aus berufenem Munde (Radio Kultur, 6. April, 14 Uhr, UKW 92,4 MHz).

„Feuergesicht" hieß vor fünf Jahren das erste Theaterstück des Dramatikers Marius von Mayenburg. Die Geschichte eines Jungens namens Kurt, der nicht erwachsen werden will. Weil die Welt der Alten ihm widerwärtig erscheint. Eine Sauerei, mit der er nichts zu tun haben will. Lieber spielt Kurt mit dem Feuer, im übertragenen wie wörtlichen Sinne. Er verbindet sich inzestuös mit seiner Schwester Olga und steckt alles an, was brennbar ist. Näher als die hilflose Liberalität seines Elternhauses ist ihm die kriegerische Feuerphilosophie des antiken Denkers Heraklit. Ein genetischer Defekt, ein Wahnsinn, ein tieferes Wissen über die Welt? Mayenburgs lakonische Poesie lässt alle Deutungen offen. Ein brillantes Hörspiel, das man nicht so schnell wieder aus dem Kopf bekommt (Radio Kultur, 11. April, 21 Uhr).

In den Köpfen großer deutschen Philosophen gab es dagegen oft eine Vorliebe für den indischen Buddhismus. So zumindest berichtet Ludger Lütkehaus in seinem Essay „Nirwana in Deutschland". Schopenhauer fand in Buddhas Lehre seine tiefsten metaphysischen Ahnungen bestätigt, aber auch der Rationalist Leibniz war für Nirwana-Konzepte empfänglich. Die Beziehungen zwischen abendländischer Vernunft und orientalischer Spiritualität sind folglich viel älter, als manche frisch gebacken Esoteriker glauben (SWR 2, 7. April, 21 Uhr, Kabel UKW 107,85 MHz).

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