Ernst Benda : Schön war es, und Zeit ist es zu gehen

Ernst Benda verlässt den Medienrat der MABB: 24 Jahre lang hat der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts dieses Gremium und davor den West-Berliner Kabelrat geleitet.

Joachim Huber

Es war ein doppelter Abschied, der am Donnerstagabend die Gäste in der Berliner Akademie der Künste in wehmütige Stimmung versetzte. Ernst Benda hört als Vorsitzender des Medienrates der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) auf. 24 Jahre lang hat der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts dieses Gremium und davor den West-Berliner Kabelrat geleitet. Und dann der am Donnerstag bekannt gewordene Abschied von Sat 1 von Berlin nach München. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nannte die Entscheidung der ProSiebenSat 1 Media AG „falsch“, zugleich er zugeben musste, dass daran wohl nicht mehr zu rütteln sei. Für Benda fand er Worte der Anerkennung und des Dankes. Wowereit hieß ihn einen „idealen Vorsitzenden“; ausgestattet mit der Sachkunde eines exzellenten Juristen, persönlicher Integrität sowie hoher Autorität habe Benda von Anfang an größte Anerkennung genossen.

Der so Gepriesene ließ die Aufgaben und die Erfolge „seiner“ Gremien Revue passieren, stellte mit nüchterner Trauer und mit Blick auf die Sat-1-Entscheidung fest, dass ökonomische und kartellrechtliche Fragen den privaten Rundfunk nicht nur bestimmten, sondern beherrschten. Und dann werde mit dem neuen Rundfunkstaatsvertrag auch eine zentrale Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) eingerichtet. Sie werde, meinte Benda, den Aktionsradius der Landesmedienanstalten auf die regionalen Einrichtungen, Sender und Aktivitäten begrenzen. Nüchterner Berliner, der Benda ist, gab er verstehen, dass diese Kompetenzminderung wie auch sein Alter – Ernst Benda ist 83 – Anlass genug seien, den Medienrat zu verlassen. Starker Applaus der versammelten Medienszene, der auch den Juristen Frank Dahrendorf und den früheren Rias-Journalisten Manfred Rexin, ebenfalls lange Jahre Mitglieder des Gremiums, mit einschloss.

Beim anschließenden „Wine and Dine“ wurde Jutta Limbach als Nachfolgerin von Ernst Benda kolportiert. Sie war Präsidentin des Goethe-Instituts und des Bundesverfassungsgerichts. Hier deutet sich Kontinuität an. Joachim Huber

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