Eröffnungsfeier : Loriot eröffnete Deutsches Fernsehmuseum

Mit einem launigen "Festvortrag" über "Sinn und Unsinn des Fernsehkonsums" hat Vicco von Bülow alias Loriot am Mittwochabend im Filmhaus am Potsdamer Platz in Berlin das Deutsche Fernsehmuseum eröffnet.

Berlin - An der Feier nahmen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), ZDF-Intendant Markus Schächter und die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Dagmar Reim, teil. Die Dauerausstellung bietet einen Blick auf 53 Jahre Fernsehgeschichte in Deutschland West und Ost mit zahlreichen Programmbeispielen.

«Bis heute ist die Frage eines leidenschaftlichen Radiohörers nicht endgültig beantwortet worden, warum man die deprimierenden Berichte über das tägliche Weltgeschehen nicht nur hören, sondern auch noch sehen sollte», meinte der 82-jährige Loriot, der in den 70er Jahren vor allem durch seine Fernsehsketche populär geworden ist. Auch müsse deutlich gesagt werden, dass «ein perfekter Werbeblock im Fernsehen seine Wirkung verfehlt, wenn er alle paar Minuten von einem unverständlichen Spielfilmteil unterbrochen wird».

Neumann betonte, mit dem neuen Museum werde das audiovisuelle Erbe des 20. Jahrhunderts zugänglich gemacht. Das habe allerdings 20 Jahre gedauert und wäre ohne die Beharrlichkeit des langjährigen Direktors des jetzt zusammen mit der Deutschen Kinemathek vom Bund getragenen Filmmuseums am Potsdamer Platz, Hans Helmut Prinzler, nicht Realität geworden. Neumann appellierte an die privaten Fernsehsender, «über Programmbeiträge hinaus auch eine direkte Finanzierung ins Auge zu fassen, so wie es die öffentlich-rechtlichen Sender heute schon tun».

ZDF-Intendant Schächter sicherte dem Fernsehmuseum die weitere Unterstützung seines Senders zu, «soweit es die Umstände und die Möglichkeiten erlauben». Für die Programmveranstalter sei das Fernsehmuseum «willkommene Anerkennung und eine Verpflichtung auf Programmqualität und -haltbarkeit». Das neue Museum sei auch «eine Art Ruhmeshalle des allgemeinen Fernsehgeschmacks, eine Heimat für die vielbesungenen "Sternstunden" in der Fernsehgeschichte, ein lebendiger Ort zum Schauen und Staunen». RBB-Intendantin Reim brachte für die ARD als Eröffnungsgeschenk unter anderem 50 TV-Sendestunden «Als die Mauer fiel» sowie «Loriot und die Nibelungen» mit. (tso/dpa)

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