Medien : „Erst das Essen, dann der Fußball“

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Er hat sich seinen Traum erfüllt. Naoto Yamagishi hatte sich vorausschauend als Auslandskorrespondent für Deutschland beworben. „Dabei habe ich von Anfang an gehofft, dass ich zur Weltmeisterschaft nach Berlin gehen kann.“ Und es hat geklappt. Jetzt ist er Chef vom Dienst und leitet das deutsche Büro des größten japanischen Privatsenders „Fuji TV“ im Berliner Sony Center. „Von hier aus berichten wir für 98 Prozent aller Haushalte in Japan“, sagt Yamagishi, der zum ersten Mal bei einer WM dabei ist.

Während des Turniers ist er für die Koordination von etwa zehn Kamerateams zuständig, die aus Tokio angereist sind. „Das ist ein Job, der mich wegen der Zeitverschiebung 24 Stunden am Tag auf Trab hält“, sagt er. „Das Schlimmste wäre, wenn unsere Bilder nicht rechtzeitig zur jeweiligen Sendung in Tokio wären.“ Aber zum Glück ist bisher nichts schief gegangen. Bei der Koordination kommt es Yamagishi zugute, dass er Deutsch spricht, weil er als Kind eine Weile in Wien gelebt hat. „Allerdings verstehe ich die Sprache in Süddeutschland besser“, sagt er.

Beim Thema Deutschland dächten die meisten Japaner „zuerst an Bier und Wurst“, meint Naoto Yamagishi. Er selbst interessiert sich mehr für „die hiesige Badekultur“, die er sich gerne einmal vor Ort in Baden-Baden ansehen würde. Merkwürdig findet der Fernsehjournalist, dass es in Deutschland kein scharfes Essen gibt. „Selbst wenn ich hier zum Thailänder gehe, ist es mir nicht scharf genug.“ Japans Verhältnis zum Fußball habe sich deutlich gewandelt, erzählt Yamagishi: „Nach der letzten WM, die ja in Japan und Südkorea stattfand, ist das Interesse am Fußball bei uns stark gestiegen, obwohl eigentlich Baseball der beliebteste Sport ist.“ Im Moment jedenfalls sei in Japan „Fußball, nach dem Essen, das Wichtigste“. dal

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