"Erwachsen auf Probe" : RTL widerspricht Ministerin

Was für das Wohlbefinden eines Kindes gut ist, da sind sich RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) scheinbar gar nicht einig. Die Reality-Doku "Erwachsen auf Probe" soll ausgestrahlt werden.

Am Wochenende hatte sich von der Leyen im „Spiegel“ besorgt über die Rechte der Kinder bei der geplante RTL-Reality-Doku „Erwachsen auf Probe“ geäußert. Sie forderte RTL auf, die Serie zu stoppen oder zu überarbeiten. Am Sonntag widersprach Schäferkordt den Einwänden, die die Ministerin und zuvor zahlreiche andere Kritiker wie Psychologen, Kinderschutzorganisationen und Kirchen geäußert hatten. „Wir haben das Wohl der mitwirkenden Kinder, Paare und Eltern ebenso fest im Blick wie die Wirkungen auf unsere Zuschauer. Wir haben hier unsere Verantwortung in vollem Umfang wahrgenommen“, sagte Schäferkordt.

Von der Leyen hatte kritisierte, dass die Sendung, in der Säuglinge und Kinder von ihren Eltern getrennt und für vier Tage in die Obhut von Teenagern mit Kinderwunsch gegeben werden, auf Negativdarstellung und Effekthascherei setze. „Erwachsen auf Probe“ erwecke den Eindruck, als wäre der Alltag mit Kleinkindern „Stress pur“ und führe zu Konflikten.

Schäferkordt versicherte, dass die Mütter stets in unmittelbarer Reichweite ihrer Kinder gewesen seien. Alle Einwände gegen die bereits fertiggestellte achtteilige Sendereihe seien nochmals einer internen Prüfung unterzogen. Dabei verwies sie auf ein Screening am Freitag, bei dem Journalisten und Vertreter verschiedener Organisationen die Gelegenheit gehabt hätten, einzelne Folgen vorab zu sehen und mit Vertretern von RTL und der Produktionsfirma Tresor TV zu diskutieren. RTL stehe „uneingeschränkt“ zu dem Sendekonzept, das vom britischen Sender BBC übernommen wurde, und werde die Sendung wie geplant ab dem 3. Juni ausstrahlen.sop

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