Medien : Es wächst

Erster Hoffnungsschimmer beim 11. Multimedia-Kongress in Berlin

Kurt Sagatz

Die Internet-Wirtschaft leidet unter der schlechten Stimmung derzeit mehr als unter der tatsächlichen Lage. Ob Online-Werbung, E-Commerce, die Zahl der Internet-Zugänge oder die Nutzungszeit des World Wide Web: Fast alle Bereiche der digitalen Wirtschaft legen zu, sagte Rainer Wiedmann, Chef der Werbeagentur argonauten, am Mittwoch beim 11. Deutschen Multimedia Kongress in Berlin. Der Kongress, der in den letzten Jahren als zweitägiges Branchentreffen in Stuttgart stattgefunden hatte, wurde in diesem Jahr erstmals in Berlin veranstaltet. Rund 600 Besucher aus der IT- und Medienbranche nahmen teil. Die positiven Nachrichten können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die schwierige konjunkturelle Situation und die Käuferzurückhaltung auch auf die Internet-Wirtschaft auswirken. Vor allem Internet-Dienstleister und Agenturen bekommen dies zu spüren, erklärten Teilnehmer des Multimedia-Kongresses. Als problematisch erweist sich nach wie vor die unzureichende Kapitalausstattung vieler Unternehmen.

Behindert werde die Entwicklung der Branche durch die „erbitterten Kämpfe der analogen gegen die digitale Welt“, sagte Jörg Tauss, medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Bei der Novellierung des Urheberrechts hätten so vor allem die Verlage versucht, alte Regelungen aus der „Gutenberg- Epoche“ in die neue Zeit zu retten. Als weiteres Beispiel nannte Tauss die Debatten zur Inneren Sicherheit. So seien einige Vorschläge aus polizeilicher Ermittlungssicht sinnvoll, jedoch oft nicht auf das Internet anzuwenden.

Auf einige besondere Gefahren für die deutsche Internet-Wirtschaft wies Axel Zerdick hin. Der FU-Wissenschaftler warnte vor Monopolen, die sich vor allem außerhalb Deutschlands entwickelten, vor allem aber vor Bestrebungen der US-Regierung zum Schutz der eigenen Industrie: Einige in letzter Zeit erlassene Gesetze stellten eine nahezu unüberwindbare Hürde für ausländische Unternehmen dar.

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