Medien : "Etwas Neues muss entstehen"

jbh

Sender Freies Berlin (SFB) und Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB) sollen zu einer ARD-Anstalt fusionieren. Friedrich-Wilhelm von Sell plädiert bei diesem Projekt für einen echten Neuanfang. Von Sell weiß, wovon er spricht: Er war unter anderem Justiziar des SFB, Intendant des WDR sowie Gründungsintendant des ORB. In einem Beitrag für die "Funk-Korrespondenz" schreibt er: "Etwas Neues, wirklich Neues muss entstehen!" Der Resonanzraum des bald endlich auch vereinigten Landes Brandenburg-Berlin werde nicht nur größer, er müsse in seiner historischen und kulturellen Dimension neu erschlossen, definiert und der Fusion zugrunde gelegt werden. "Reichtum steht ins Haus. Und Brandenburg-Berlin, angrenzend an Polen, an Osteuropa. In der Mitte des Kontinents", schreibt von Sell. Nicht nur Brandenburg könne sich neu entfalten, auch Berlin, "das immer noch etwas schlüpfrig-halbseidene Berlin kann endlich geerdet und zu dem werden, was es sich und uns schuldig ist - eine Hauptstadt, eine Metropole, die aufnimmt und ausstrahlt."

In der Einschätzung von Sells können Personal- und Rundfunkräte, Unternehmensberater und Lokalpolitiker aus Stadt und Land diese weit- und tiefgreifend angelegte Fusion nicht leisten. Gefragt wären Persönlichkeiten - wie Günter Grass, nicht Eberhard Diepgen oder der so genannte Medienbeauftragte. Am besten, ein, zwei hochrangige Persönlichkeiten von außen übernähmen die Definition des neuen Auftrages. Den amtierenden Intendanten, Horst Schättle (SFB) und Hansjürgen Rosenbauer, scheint von Sell diese Aufgabe nicht zuzutrauen. Die gefundene Konzeption selbst allerdings müsse alsdann öffentlich diskutiert werden. "Der Neuanfang müsste einen Bewerbungssog auslösen, von außen und von innen." Besitzstandswahrungen seien untauglich als Initial- und Antriebskräfte.

"Und natürlich: Die Programmdirektion Deutsches Fernsehen gehört nach Berlin." Derzeit ist sie in München bei Bayerischen Rundfunk angesiedelt.

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