Euro 2008 : Letzte Worte vor großem Spiel

Liebe Leute, ich kann nur sagen: festhalten! Jetzt wird beinhart runtergelobt, oder wie Günter Netzer gestern sagte: „Heute werden echte Kerle gebraucht.“

Thomas Eckert

Womit wir auch schon beim Thema wären. Ich liebe Günter Netzer. Gerhard Delling natürlich auch. Über eine Stunde lang haben sich die beiden Herren vor dem großen Schicksalsspiel leicht und locker und unverkrampft unterhalten. Den Spaß, den sie dabei hatten, den hatte ich auch. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten die beiden auch das Spiel kommentieren können. Aber wie Günter Netzer, der große Weise, sagte: „Irgendwann ist alles gesagt.“ Cordoba? Wann war das noch mal?

Überhaupt die ARD. Gut, dass wir sie haben. So angenehm unaufgeregt im Vorfeld des Duells, so ganz ohne Aufputschmittel. Die Tagesschau um 16 Uhr schaltete mal kurz nach Wien, um zu zeigen, was da los war. Und? Nichts. Eine Stunde später. Wieder Wien. Wieder nichts.

Monica Lierhaus war auch wieder da. Ein Kurzeinsatz. Ganz ruhig stand sie da, im Hintergrund der Bus mit der deutschen Mannschaft, und fütterte die Welt um genau 19 Uhr 17 mit Informationen, die sie, nehme ich hier mal an, möglicherweise nicht wirklich brauchte: „Der Bus ist angekommen. Oliver Bierhoff steigt aus. Joachim Löw steigt erst jetzt aus. Ich sehe Zuversicht.“ Ja, so ist es, wenn die Welt im Lot ist und alles im Fluss und alles gesagt, wie ein großer Meister seines Faches es formuliert hat.

Gerhard Delling und Günter Netzer sprechen über letzte Worte. Es ist kurz vor dem großen Spiel. Letzte Worte, fragt Netzer, welche meinen Sie denn? Das ist es, was ich meine: diese herrliche Unaufgeregtheit, diese entspannte Heiterkeit, dieser versteckte Witz – die ARD mit Gerhard Delling und Günter Netzer.

Eine Frage hätte ich aber doch noch: Hat Lukas Podolski wirklich das F-Wort gegenüber einem Ösi gebraucht? Hallo, Tom Bartels, das musst du uns bei Gelegenheit mal verraten.

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