Event-TV : RTL und die "Jagd auf den Schatz der Nibelungen"

Mit Drachenblut gegen den "Tatort": RTL schickt Benjamin Sadler und Bettina Zimmermann auf Schatzsuche. In dem Abenteuerfilm geht es vor allem Macht und Reichtum. Doch eigentlich will der Privatsender mit dem Streifen einen ganz anderen Schatz heben.

Kurt Sagatz

Wie wahrscheinlich ist es, dass Karl der Große unter dem Kölner Dom einen Hinweis auf den Verbleib des Nibelungenschatzes hinterließ? Eher wenig, auch wenn eins zumindest nicht falsch ist. Denn obwohl der heutige Kölner Dom im gotischen Stil erbaut wurde, stand dort bereits um das Jahr 800 der Alte Dom – und Karl der Große wurde zu jener Zeit römischer Kaiser. Auch sonst ist der Fernsehfilm "Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen", mit dem RTL an diesem Sonntag gegen den "Tatort" antritt, weit entfernt von jenen überaus ärgerlichen Schatzsucherfilmen, die es in Fernsehen und Kino zuhauf gibt. Dabei sind die Verheißungen auch diesmal gewaltig: Es geht um nichts weniger als um unvorstellbaren Reichtum (den Drachenhort), unglaubliche Fähigkeiten (Alberichs Tarnkappe) sowie um die absolute Macht der Unsterblichkeit (Drachenblut). Und es geht darum, unter den 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 25 Prozent zu erreichen.

Dafür sollen vor allem zwei Personen sorgen. Der brillante aber resignierte Archäologe und Schatzjäger Eik Meiers (Benjamin Sadler) hat bei der Suche nach dem Schatz vor Jahren seine Frau verloren und bringt neben der Fürsorge für seine 15-jährige Tochter Krimi (Liv Lisa Fries) gerade noch genug Elan für einen Job als Berater einer Tiefbaufirma auf – bis sich herausstellt, dass ein Amulett von jener tragischen Ausgrabung einer von vier Schlüsseln zum Nibelungenschatz ist. Die Suche beginnt. Mit dabei ist die hübsche aber unnahbare Archäologin Katharina Bertholdi (Bettina Zimmermann), deren kühle Professionalität nach und nach vom Jagdfieber verdrängt wird.

Kurzweilige Abenteuerreise durch Deutschland

Für die ironischen Momente sorgt der kauzige Museumsrestaurator (Fabian Busch), dem in jeder Lebenslage eine Lösung für die massenhaft auftretenden Probleme einfällt – außer bei den Schachzügen des schwerreichen, aber todkranken Roland Brenner (Hark Bohm), der ein ganz eigenes Interesse am Schatz hat.

Sie alle machen sich in dem Film von Ralf Huettner (Autor: Derek Meister) auf eine kurzweilige Abenteuerreise quer durch Deutschland, von der verregneten Steilküste Rügens bis zur vereisten Zugspitze, vorbei an Kölner Dom, Aachener Innenstadt und den Externsteinen im Teutoburger Wald. Sogar Schloss Neuschwanstein spielt eine Rolle genau wie die vielen künstlich geschaffenen Katakomben und Nekropolen. Wer danach Lust auf mehr Mystery-TV hat, kann am Montag und Dienstag auf Pro7 den Event-Zweiteiler "Der Bibelcode" mit Cosma Shiva Hagen und Joachim Fuchsberger einschalten.

"Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen", RTL, Sonntag 20:15 Uhr

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