Medien : Ex-Stasi-Mann verlässt „Berliner Zeitung“

Ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter hat die Redaktion der „Berliner Zeitung“ verlassen. Das berichtete die Zeitung am Mittwoch in eigener Sache. Der Redakteur im Ressort Berlin-Brandenburg habe wie ein weiterer Kollege des Politikteils vor längerer Zeit gegenüber Chefredaktion, Redaktionsausschuss und dem von der Zeitung eingesetzten Ehrenrat eine langjährige IM-Tätigkeit eingeräumt. Am vergangenen Freitag hat der Lokalredakteur um Aufhebung seines Beschäftigungsverhältnisses gebeten. Chefredakteur Josef Depenbrock habe dieser Bitte mit sofortiger Wirkung entsprochen. Der Ehrenrat sprach sich unterdessen gegen eine leitende oder auch sonstige Beschäftigung eines Ex-Stasi-Mitarbeiters im Bereich Politik/Nachrichten/Kommentierung aus. Unmittelbar nach der Sitzung des Gremiums habe die Chefredaktion mit dem Redakteur Gespräche über dessen berufliche Zukunft im Blatt aufgenommen. Ende Juli war bekannt geworden, dass zwei andere Journalisten, die früher beim DDR-Geheimdienst waren, weiter bei der Zeitung arbeiten dürfen, aber ihre Leitungsfunktionen abgeben.

Mitglieder des Ehrenrates sind der frühere Direktor bei der Stasi-Unterlagenbehörde, Peter Busse, sowie Rainer Eppelmann von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Schriftsteller Adolf Endler und der Theaterregisseur Thomas Langhoff. dpa/Tsp

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