EXTREMER KRIMI : Allein gegen rechts

ZDF-Kommissar Stubbe ermittelt im braunen Milieu

Kurt Sagatz
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Foto: ZDFZDF

Seit 15 Jahren ermittelt Kriminalhauptkommissar Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph) in der ZDF-Krimireihe „Stubbe – Von Fall zu Fall“, und immer ging es für den Polizisten, der Mitte der 90er Jahre von Dresden nach Hamburg gezogen ist, auch um deutsch-deutsche Befindlichkeiten. Genau wie das Publikum hat sich Stubbe über die Jahre verändert. Die Familie wurde kleiner, der humorige Kommissar ernster, die Fälle gesellschaftlich brisanter. Als die neue Stubbe-Folge „Sonnenwende“, die nun im 20. Jahr des Mauerfalls ausgestrahlt wird, geplant wurde, berichteten die Zeitungen gerade über einen politischen Skandal. Es ging um verschleppte polizeiliche Ermittlungen und Vertuschung einer rechtsextremistischen Straftat, erinnert sich Peter Kahane, Autor und Regisseur der Reihe. Das Thema des Projektes „Sonnenwende“ war gefunden: Bei der Wiedervereinigung sollte nicht nur das Erreichte gefeiert, es sollten auch die Defizite angesprochen werden. Wer könnte das besser als der überaus beliebte Schauspieler Wolfgang Stumph, dessen Menschlichkeit beim Publikum so gut ankommt. 7,4 Millionen Zuschauer zählte das ZDF bei der 35. Folge zu Anfang des Jahres.

Zum aktuellen Fall: Am Hamburger Elbufer wird eine Wasserleiche angespült, der tote Vietnamese wurde offensichtlich Opfer eines Bandenkrieges im Milieu der Zigarettenmafia. Doch der Tote stammte nicht aus Hamburg, sondern war schon vor einiger Zeit in einem Ort Elbe-aufwärts unter rätselhaften Umständen verschwunden. Kommissar Stubbe macht sich auf den Weg Richtung Osten und erkennt, dass ein ausländerfeindlicher Hintergrund für die Tat sehr viel wahrscheinlicher ist, als es seine Kollegen vor Ort wahrhaben wollen. Die haben schon lange vor den örtlichen Nazis kapituliert. Stubbe steht völlig allein. Kurt Sagatz

„Stubbe – Von Fall zu Fall: Sonnenwende“, ZDF, 20 Uhr 15

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