Facebook und Twitter : Recherche ist woanders

Nur wenige Journalisten nutzen die sozialen Netzwerke. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, sagt eine Bitkom-Studie.

Nachricht auf Twitter. US-Präsident Obama freut sich über seine Wiederwahl. Foto: dpa
Nachricht auf Twitter. US-Präsident Obama freut sich über seine Wiederwahl. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Nur wenige Journalisten in Deutschland nutzen soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter bisher für die Recherche. Dies ergab eine Umfrage von Bitkom Research. Demnach sind Suchmaschinen und E-Mails mit Abstand die wichtigsten Internetdienste für Recherchearbeiten. Nur 29 Prozent aller befragten Journalisten schätzen dafür die sozialen Netzwerke als wichtig ein. Im Schnitt verwendet ein Redakteur 163 Minuten täglich für die Recherche, davon 96 Minuten für die Online-Recherche. Im Auftrag der Rechercheplattform ResponseSource waren im März und April 1344 hauptberufliche Journalisten aller Mediengattungen online befragt worden.

„Die ganze Bandbreite der Online-Recherche wird bisher nicht voll ausgenutzt“, sagte Maria Irchenhauser von ResponseSource. „Die Nutzung von Blogs, Foren, Business-Netzwerken und Recherchediensten hat bisher noch keinen festen Platz in der Recherchearbeit der Journalisten.“ Allerdings werde sich dies in den nächsten Jahren voraussichtlich ändern. Denn die Studie ergab: Je jünger die Befragten, desto größer die Nutzung sozialer Netzwerke bei der Recherche.

61 Prozent der Journalisten gaben an, häufig zu wenig Zeit für weitergehende Recherchen zu haben. Der Projektmanager von Bitkom Research, Franz Grimm, gestand zu, dass die Studie nicht repräsentativ sei. Aber sie liefere wichtige Aufschlüsse über die Veränderungen in der Arbeit von Medienmachern. dpa/Tsp

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