Fakten-Check und Twitter-Kritik : So war der "Polizeiruf" mit Matthias Brandt und Barbara Auer

Genauso erstaunlich wie der leise Krimi am Sonntagabend war das Zusammenspiel der beiden Ermittler Barbara Auer und Matthias Brandt. Klar, Til Schweiger löst das anders. Merkt auch die Twitter-Gemeinde und bringt einen Ausweg aus der politischen Krise.

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Bleiben sie zusammen? Matthias Brandt (li.) und Barbara Auer
Bleiben sie zusammen? Matthias Brandt (li.) und Barbara AuerFoto: BR

Der neue "Polizeiruf" mit Matthias Brandt alias Kommissar Meuffels: Ein etwas anderer ARD-Krimi am Sonntagabend, das hatte unverkennbar die Handschrift von Regisseur und Autor Christian Petzold ("Gespenster", "Die innere Sicherheit"), dem es mehr auf Zwischentöne und intellektuelle Brillanz ankommt als auf knisternde Spannung und lange Tätersuche (es ging um den Mord an einer Möbelfabrikantin), wie man es sonst auf diesem Sendeplatz gewohnt ist.

Das gilt auch für die auffällige Retro-Musik.

Auch neu: Barbara Auer als Kollegin Constanze Hermann an Meuffels' Seite, eine trockene Alkoholikerin, die nach einem privaten Desaster ihren Wiedereinstieg in den Berufsalltag sucht und dabei den zurückhaltenden Kollegen aus der Reserve lockt. Am Ende des Krimis verabschiedet sie sich von Meuffels: Sie wolle zurück nach Hamburg. Der Kommissar ist sichtlich irritiert.

Aber ist das wirklich das Aus für das neue Ermittler-Team? Nicht wirklich.

Regisseur Christian Petzold sitzt laut Bayrischen Rundfunk bereits an einem Buch, das die Geschichte der beiden Ermittler in einem neuen Fall fortschreiben soll. Das Projekt wird der elfte "Polizeiruf 110" für Matthias Brandt als Kommissar Meuffels sein, trägt den Arbeitstitel „Wölfe“ und soll den Handlungsfaden von „Kreise“ wieder aufnehmen. Der Dreh ist Ende 2015 geplant. "Weitere Planungen dazu gibt es derzeit nicht", sagt eine Sprecherin des Bayerischen Rundfunks.

Matthias Brandt und Barbara Auer - was sagen die Twitterer zu diesem neuen Ermittler-Team? Die Vorfreude war groß.

Und dann:

Mit der leidlichen Spannung, der ruhigen Inszenierung, den langen Dialogen über Schuhabsätze, Musikboxen, französische Filme, Weingüter und Modellbauten tat man sich schwer. Viel Ironie.

Twitter-Lust und Christian-Petzold-Film, das passt irgendwie gar nicht. Dennoch, oder gerade deswegen, der BR hält an seinem eigenwilligen "Polizeiruf" fest.

Dominik Graf, Hans Steinbichler, Hendrik Handloegten, jetzt Christian Petzold, die Liste der Regisseure für den Münchner "Polizeiruf" mit Matthias Brandt ist erlesen wie kaum für einen anderen TV-Kommissar. Dem Sender käme es aber nicht so sehr auf die illustren Namen an, sagt Cornelia Ackers, die das Format beim BR betreut. "Wir suchen geistig-seelische Verwandte, die sich im Gestrüpp des Lebens auskennen, und wir gehen sämtliche Abenteuer mit." Eine Krimi-Produktion mit einem Regisseur wie Christian Petzold sei nicht teurer und dauere auch nicht länger als ein "normaler" Primetime-Krimi am Sonntagabend.

Unter #polizeiruf wird das keine Begeisterungsstürme hervorrufen.

Etwas Gutes brachte der Second Screen zu diesem "Polizeiruf" aber doch noch.

Vielleicht ein Ausweg aus der politischen Krise.

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