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Faktencheck und Twitter-Kritik : So war der letzte „Tatort“ mit Joachim Król

Überlebt "Tatort"-Kommissar Frank Steier den letzten Einsatz? Oder wird die von Joachim Król gespielte Figur erschossen? Das fragten sich die Zuschauer am Sonntag. Wie wahrscheinlich ist das Ende dieser Figur? Der Faktencheck.

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Kommissar Steier (Joachim Król) sieht sich in seinem letzten "Tatort" in Frankfurt mehrfach in lebensbedrohlichen Situationen.
Kommissar Steier (Joachim Król) sieht sich in seinem letzten "Tatort" in Frankfurt mehrfach in lebensbedrohlichen Situationen.Foto: HR

Der Hessische Rundfunk hat Joachim Król ein furioses Finale als „Tatort“-Kommissar Frank Steier beschert. Das wollten 9,37 Millionen Zuschauer nicht verpassen, ganze 25 Prozent des werberelevanten jüngeren Publikums zwischen 14 und 49 Jahren schalteten ein. Der Abschied von der Rolle war unvermeidlich geworden, nachdem Nina Kunzendorf als Kollegin Corinna Mey ausgestiegen war. Wenn das Ende dieses „Tatort“-Teams eine Frage aufwirft, dann somit eher, ob das Ende blutig oder moderat inszeniert wird. Schließlich beruhte die Spannung neben der schauspielerischen Glanzleistung von Król als abgehalftertem Kriminalkommissar und Armin Rohde als gescheitertem Ex-Polizisten auch darauf, dass „Das Haus am Ende der Straße“ genauso mit dem Tod des Kommissars hätte enden können. Das "Tatort"-Bashing auf Twitter wiederholte sich jedenfalls an diesem Sonntag nicht. Das Urteil der Twitterati über das Ende der Ära Steier war eindeutig.

Szenario 1: Das gewaltsame Ende

Das gewaltsame Ende ist im „Tatort“ jedoch eher die Ausnahme und nicht die Regel. Erst dreimal schied ein Ermittler durch Exitus aus der ARD-Krimireihe aus. Das erste Mal traf es Polizeihauptmeister Werner Rolfs (Klaus Löwitsch) im Jahr 1982. Er wird bei einer Schießerei in Frankfurt von einem Querschläger erwischt. 16 Jahre später schlägt der Tod in Berlin zu. Dort ermitteln zu der Zeit die Kommissare Ernst Roiter (Winfried Glatzeder) und Michael Zorowski (Robinson Reichel). In der Folge „Berliner Weiße“ stirbt Zorowski nach einem Autounfall. Den letzten toten Ermittler gab es 2011 in Hamburg. Dort stirbt der Undercover-Agent Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) bei einem vorgetäuschten Attentat auf den Bundeskanzler im Kugelhagel. Aber nicht nur Kommissare leben gefährlich. Äußerst drastisch endet die Karriere der Kölner Kripo-Assistentin Franziska (Tessa Mittelstaedt), die bei einer Geiselnahme stirbt.

Szenario 2: Der wohlverdiente Ruhestand

Erheblich häufiger scheiden Kommissare allerdings in den wohl verdienten Ruhestand aus. Jochen Senf als Saarländer Kommissar Max Palu hätte zwar noch gerne etwas länger ermittelt und in Leipzig schied Peter Sodann als Kommissar Bruno Ehrlicher nach Ansicht des Schauspielers ebenfalls etwas zu früh aus, dennoch gingen beide den gleichen Weg wie die meisten realen Kriminalkommissare.

Szenario 3: Späte Rückkehr nicht ausgeschlossen

Auf ungewöhnliche Weise endete die offizielle „Tatort“-Arbeit im Rahmen des ARD-Sonntagabend-Krimis für Kult-Kommissar Horst Schimanski (Götz George), der bekanntesten Figur dieser Sendereihe. Weil er fälschlicherweise der Bestechlichkeit verdächtigt wird, muss er sich nach Belgien absetzen.Die Figur Schimanski blieb jedoch dem Publikum durch eine eigene Reihe erhalten.

Szenario 4: Den Zuschauer im Unklaren lassen

Neben den brutalen, den altersbedingten und den außergewöhnlichen Abgängen gibt es noch die unbefriedigenden Abschiede– vor einem Jahr aufgeführt in Berlin. Zuerst musste auf eine gemeinsame Abschiedsfolge der Kommissare Till Ritter und Felix Stark verzichtet werden, weil Dominic Raacke keine weitere Episode mehr drehen wollte, nachdem der Sender das Aus für dieses Team beschlossen und verkündet hat. Dann wurde Stark (Boris Aljinovic) in der finalen Folge „Vielleicht“ lebensgefährlich verletzt – ohne dass der Zuschauer über sein weiteres Schicksal informiert wird.

Jedenfalls nicht offiziell, den kurz nach der Folge schickte der Sender einen kleinen Internet-Clip hinterher, in dem Stark angeblich ein Jahr später beim Angeln zu sehen ist. Das Team hätte wahrlich ein besseres Ende verdient gehabt. Als Vorbild fürs nächste Mal können sich die ARD-Sender das würdige Finale mit Joachim Król zur späteren Inspiration aufheben.

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