Medien : Falsche Bilder von der Welle

Privatperson bietet „Bild“ Fotos gleich zweimal an

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Mehreren deutschen Tageszeitungen sind in den vergangenen Tagen falsche Bilder von der Flutkatastrophe in Südostasien angeboten worden. Darauf sind zahlreiche Menschen zu sehen, die vor einer Flutwelle flüchten, teilte „Bild“Chefredakteur Kai Diekmann am Mittwoch mit. Die Aufnahmen, die von einer Privatperson angeboten wurden, stammen jedoch nicht – wie behauptet – vom 26. Dezember 2004 aus Sri Lanka, sondern wurden bereits zwei Jahre zuvor südwestlich von Shanghai aufgenommen und gehören der Agentur Reuters. Laut Diekmann wird eine Strafanzeige erwogen. Der Anbieter hat sich zwei Mal bei „Bild“ gemeldet und 1000 Euro für die Fotos verlangt. „Es ist empörend, wie aus dieser Katastrophe mit betrügerischen Mitteln Geld gemacht wird“, kommentierte Diekmann das Angebot.

Während „Bild“ dem falschen Foto durch den Abgleich mit der eigenen Bilddatenbank auf die Schliche kam, druckte die „tz“ in München ein ebenfalls nicht abgesichertes Foto am Mittwoch auf der ersten Seite ohne nähere Erläuterungen neben dem Beitrag „Der Katastrophen-Atlas – Hier ist die Natur am gefährlichsten“. Eine eigene Bildunterschrift zu der spektakulären Aufnahme der vor der Riesenwelle flüchtenden Menschen fehlt allerdings. Erst auf Innenseite 13, in der Rubrik „Report“, distanziert sich die Boulevardzeitung von dem Bild mit dem Hinweis, dass „derzeit Fotos im Internet kursieren oder per E-Mail angeboten werden, die angeblich die Flutwelle von 26. Dezember zeigen“. Für eine Stellungnahme war die Redaktion gestern wegen des Feiertags am Donnerstag nicht zu erreichen. sag

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