Medien : Familien-Homepage im Eigenbau

Urlaubserinnerungen, Hochzeitsfotos, Verwandten-Newsletter : In sieben Schritten zur Website

Markus Ehrenberg

Wer sich öfters durch seine Lieblingsseiten im Internet klickt, wird sich vielleicht schon mal gefragt haben: Warum eigentlich nicht selber so eine Website bauen? Warum keine eigene Homepage haben, für Berufliches, für Privates? Rund 80 Prozent der fünf Millionen in Deutschland registrierten Domains sind mehr oder weniger private Internet-Auftritte, von Menschen für Menschen, ohne kommerzielle Hintergedanken. Da veröffentlichen Leute ihren Lebenslauf mit Fotos und Zeugnissen für Online-Bewerbungen, oder sie gestalten eine Familienwebsite, auf der die Aktivitäten der Familie – Hochzeit, Taufe, Urlaub – mit Bildern und Texten dokumentiert und für Verwandte ins Netz gestellt werden. Um mit einer ansprechenden Homepage online zu gehen, muss man nicht Webdesign studiert haben. Einfache Auftritte gelingen schon in sieben Schritten und wenigen Minuten.

SCHRITT EINS: DIE RICHTIGE ADRESSE

Auch für die privaten Seiten des Internet gibt es zahlreiche Dienstleister, die gegen Gebühren (zwischen 150 und 200 Euro) eine komplette Website-Gestaltung anbieten, samt Adressenfindung, Webspace, Anmeldung, Layout, Präsentation. Man kann das aber auch alleine machen, Marke Eigenbau. Zunächst mit der Überlegung für die passende Adresse. „Sie sollte kurz und einprägsam sein“, sagt Astrid Mätzing von abc-internetdesign.de. „Keine Adresse wie Familie-Peter-und-Eva-Neumann.de, besser Fam-Neumann.de.“ Ob die Wunschadresse frei ist, erfährt man unter www.denic.de. Die Abfrage ist kostenlos. Sollte der Familienname mit der Adressenendung .de (für Deutschland) belegt sein, kann auf Endungen wie .com, .net oder .org ausgewichen werden.

SCHRITT ZWEI: DEN PLATZ MIETEN

Übers Internet: Internet-Service-Provider (ISP) wie strato.de, web.de oder 1und1.de vermieten Internet-Raum für den eigenen Auftritt, schon für wenige Euro monatlich. Mit im Paket drin: die Registrierung der Wunschdomain (siehe Schritt eins.)

SCHRITT DREI: ALBUM, VORSTELLUNG, NEWSLETTER – DAS RICHTIGE KONZEPT

Eine Familienhomepage ist vielfach nutzbar, nicht nur zur allgemeinen Präsentation der Familienmitglieder, Kinder, Hochzeiten,Urlaubsfotos, Haustiere etc. „Sie kann auch für den beruflichen Bereich wirksam eingesetzt werden“, sagt Web-Expertin Astrid Mätzing. Durch eine so genannte Subdomain, eine Unterseite, kann aus der privaten Homepage schnell eine Online-Bewerbung werden, wo jeder seine Bewerbungsunterlagen als Pdf-Dokumente für potenzielle Arbeitgeber hinterlegen kann. In der Regel wird die Familienwebsite aber als eine Art Newsletter, konkret: zur Hinterlegung von Bildmaterial genutzt, beispielsweise Urlaubsfotos oder als privates Fotoalbum für Neugeborene. Jeder Schritt wird dokumentiert. Ein Vorteil von Websites: Digitalfotos bleiben auf dem Server länger brauchbar, die Lebensdauer von Fotos auf CDs beträgt nach neuesten Erkenntnissen nur gut fünf Jahre. Wer sich über das Gesicht seiner Website klar geworden ist, sollte sich eine detaillierte Liste mit allen Kategorien und Inhalten aufstellen, die Ideen auf Papier skizzieren.

SCHRITT VIER: ÜBERSICHT ZEIGEN

Wie soll der Nutzer durch die Seite geführt werden? Die Navigation kann – im Gegensatz zu nichtprivaten Seiten – etwas verspielter ausfallen, die Persönlichkeit der Familie reflektieren. Am einfachsten sind die gängigen Rollover-Buttons am linken Rand, von denen aus sich weiter auf Texte, Grafiken, Bilder, digitale Video- und Audio-Clips oder auch Newsletter für die Tante in den USA, Mailinglisten und Gästebuch klicken lässt. Wichtig sind grafische Details wie Schrifttypen und Größen. Mit Microsoft Paint lassen sich dazu erste kleine Grafiken und Tabellen (für Biografien) erstellen. Oft lohnt sich ein Blick bei Google: Wie sehen eigentlich all die anderen Familienwebsites aus?

SCHRITT FÜNF: WIE BAUT MAN DAS?

Websites zum Selberbasteln – jetzt wird es konkret. Am einfachsten sind Einsteiger-Baukästen (samt Bildbearbeitungsprogrammen), die Provider wie beispielsweise 1und1.de anbieten. Web.de bietet ab nächster Woche ein neues Baukastensystem an. Im Windows-XP-Office-Paket gibt es Assistenten für einfache Bauweisen. Das Prinzip ist immer das Gleiche: Man braucht keine Programmierkenntnisse, sieht schon offline beim Erstellen der Seite Stück für Stück, was später vor der ganzen Welt im Netz erscheinen soll. Texte und digitale Fotos sind in der gewünschten Größe auf dem Computer vorbearbeitet und mit diesen Baukästen genauso leicht auf der Seite zu platzieren wie eine der vorgegebenen DesignVorlagen (Farbe, Form).

SCHRITT SECHS: VORM ONLINEGEHEN

Die Seite steht, es ist geschafft. Bevor man sein Werk ins Internet stellt, sollte man sich fragen, ob wirklich alles für alle zu sehen sein muss. Stichwort: OnlineVoyeurismus. „Sehr persönliche Dinge wie Kinderfotos, Bewerberhomepage und die konkrete Privatadresse sollten für Normalsurfer tabu sein, Name und Ort reichen auch“, sagt Astrid Mätzing. Außerdem droht bei der Angabe der privaten Mailadresse Spam-Gefahr. Viele „klauen“ E-Mail-Adressen aus dem offenen Netz. Gegen fremde Einblicke auf die Familienwebsite hilft Passwortverschlüsselung. Zutritt nur für Befugte, Verwande und Freunde. Mit einem so genannten FTP-Clienten (die Daten dafür stellt der Provider mit dem Vertrag zur Verfügung) kann die fertige Homepage dann auf den Server und somit ins Internet geladen werden. Mit Prüfprogrammen lassen sich dann noch kleine technische Fehler finden, online auf Funktionen überprüfen. Schließlich: Öfters aktualisieren (per Zugang mit dem FTP-Client) – spätestens mit neuesten Urlaubsfotos oder auch bei der nächsten Geburt.

SCHRITT SIEBEN: BEI GOOGLE MELDEN?

Die Anmeldung einer Familien-Homepage bei einer Suchmaschine ist möglich, falls der Inhalt der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Es empfiehlt sich – kostenlos – die Suchmaschine Google mit den meisten Nutzern. Dazu die Startseite aufrufen, „Alles über Google“ anklicken, eine Unterseite mit diversen Themen erscheint, man findet rechts das Thema „Ihre URL hinzufügen/entfernen“ – dort kann die Andresse eingegeben werden.

Hilfe im Internet:

www.strato.de

www.denic.de

www.web.de

www.1und1.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar