Medien : Fastenzeit

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„Wetten, dass…?“ – ZDF, Samstag. Wer viel fernsieht, futtert mehr und verschlingt kalorienreichere Kost, so die Medienmeldung des Wochenendes. Schon bei Kindern wecke der Bildschirm falsche Bedürfnisse. 30 Prozent der Nahrung in Trickfilmen sind Snacks oder Naschwerk. Ein gesunder Apfel tauche kaum auf, fand die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ heraus, die vier Wochen lang das Programm von acht TVSendern untersucht und Befragungen durchgeführt hat. So gesehen war die „Wetten, dass…?“-Sendung vom Samstag eine Bereicherung. Nichts zu essen, nur ein paar Ostereier zum Blasen mit Wettpatin Heidi Klum, zwei Gläser Rotwein für einen unglückseligen Kandidaten und Tischtennisbälle, die der grandiose Wettkönig 100-mal vor sich hinspuckte. Der Rest: wie gehabt. Wer Gottschalk gucken will, kriegt Gottschalk. Altherrenwitze, Werbung für große Autofirmen, Telefongesellschaften und andere ZDF-Gottschalk-Formate, leicht deplatziert wirkende Gäste wie Franziska van Almsick oder Klaus J. Behrendt. Dazu ein hoher Abhalfterungsfaktor in Sachen musikalische Gäste (Bryan Adams, Mariah Carey). Trotzdem wieder 13 Millionen TV-Zuschauer und Menschen, die bei klirrender Kälte zur Stadtwette ins ZDF-Hauptstadtstudio gepilgert sind, um dort Videokassetten mit alten Berliner „Wetten, dass…?“-Ausgaben abzugeben. Fernsehen, das bewegt.

Dennoch, seien wir froh, dass wir Gottschalk haben. Der soll uns ja nicht die Welt erklären (Vielleicht tut er’s sogar). Immer noch besser als Frank Elstner. Der versuchte am vergangenen Donnerstag mit seiner Show „Einfach Millionär“, „Wetten, dass…?“ fürs Erste zu kopieren. Obwohl es bei Elstner Weizenbier gab – das war das Drögeste, was seit langem im Fernsehen lief. Und dreist dazu. meh

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