FC Bayern : Mythen, Meister, Millionäre

Meist geliebt, meist gehasst: Das ZDF erlaubt sich eine Doku über Deutschlands besten Fußballclub. Sympathischer geht das nur noch auf bayern.tv.

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Frauen und Fußball – das seien die Leidenschaften von Kurt Landauer gewesen, dem langjährigen Präsidenten des FC Bayern München, verrät dessen Enkel. Aha. Diese kleine Indiskretion bringt die „Bayern-Story“, die das ZDF am Mittwochabend nach dem Champions-League-Spiel zeigt, hervor. Ansonsten bewegt sich die halbstündige Doku im Rahmen dessen, was den zehn Millionen Bayern-Fans in Deutschland und sicher auch den Autoren Michael Renz und Laurens Form das Herz erwärmt. Rot-Weißes Strahlen und wohlfeile Statements allüberall. Immerhin, wenn sich das alle Bayern-Freunde zu später Stunde angucken, gibt es eine Mörderquote.

Das vereinseigene Bayern.tv könnte das jedenfalls nicht besser machen als das ZDF. Ein Bilder- und Tore-Potpourri, das munter zwischen den Zeiten, zwischen Höhen und Tiefen aus 112 Jahren Bayern-München-Geschichte wechselt. Der letzte lebende Zeitzeuge der ersten Meisterschaft 1932, die Vertreibung des jüdischen Präsidenten Landauer in die Schweiz, der Wiederaufbau durch jenen Landauer, der seine Vision eines Spitzenklubs nach dem Zweiten Weltkrieg konsequent fortsetzte, die goldenen 70er Jahre. Die traumatischen Endspielniederlagen in der Champions League werden den Fans genauso wenig vorenthalten wie Statements von Landauers erfolgreichen Nachfolgern Beckenbauer und Hoeneß sowie den aktuellen Stars Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Dabei gelingt es auch den ZDF-Autoren nicht, aus dem immer etwas schläfrig vor sich hin plaudernden Mittelfeldstrategen einen Schnellredner zu machen. Egal: „Mia san mia“, so das erwartbare Fazit. Vom Amateurklub aus der Provinz zum Weltunternehmen, das laut Roland Berger eine Milliarde Euro wert ist. Entstanden aus einer Leidenschaft für Frauen und Fußball.

„Die Bayern-Story“, ZDF, 23 Uhr 15

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