Medien : Feierabendritter und Teilzeitpharaos

Star Wars, die Sims und virtuelle Reisen in die Antike: An Computerspielern perlt jeder April-Regen ab

Bertram Küster,Kurt Sagatz

Einige Themen büßen ihre Faszination niemals ein: Das Leben der alten Ägypter, die Suche nach außerirdischer Intelligenz oder der ewige Kampf Gut gegen Böse. Aus diesem Stoff sind auch in diesem Frühjahr wieder die besten Ideen für neue PC-Spiele entstanden. Die Computerredaktion des Tagesspiegels und Tagesspiegel online haben die interessantesten Neuerscheinungen für Sie ausprobiert und in diesem Beitrag zusammengefasst.

FÜR STAR-WARS-FANS: KNIGHTS OF THE OLD REPUBLIC 2

Die Fans vom Krieg der Sterne zählen bereits die Tage, bis mit Episode 3 endlich der letzte, noch verbleibende Teil der Star-Wars-Saga ins Kino kommt. Zwar wird es zuvor, genauer am 5. Mai, bereits das Spiel zum Film geben, wem das aber immer noch zu lange dauert, der kann mit dem neuen Lucas-Arts-Titel „Knights of the old Republic 2: The Sith-Lords“ schon jetzt mit dem Lichtschwert üben. Vorausgesetzt, er stellt sich in diesem Rollenspiel geschickt genug an, um die nötigen Erfahrungspunkte zu sammeln. Dem Spieler steht dabei die Entscheidung frei, ob er lieber auf der Seite der Jedi-Ritter, oder aber zusammen mit den bösen Sith-Kämpfern agieren will. Aber egal, für welche Seite der Macht er sich entscheidet, die Spielvoraussetzungen sind sowohl in Hinblick auf den Menschen als auch die Technik moderat. Auch weniger versierte Rollenspieler können mit den Star-Wars-Rittern ihren Spaß haben, und das bereits mit einem Windows-Rechner über ein Gigahertz Taktfrequenz. Preis: ab 38 Euro.

FÜR ANGEHENDE STUDENTEN: SIMS 2: WILDE CAMPUS-JAHRE

Studenten-Jahre sind die schönsten Jahre, das gilt auch für die erste Erweiterung von Sims 2, die den Namen „Wilde Campus-Jahre“ trägt. Weit entfernt von den Eltern und abseits des Lehrplans winkt der Campus als unendlicher Abenteuerspielplatz. Zwar spielen auch die Vorlesungen und die späteren Karrierewege eine gewisse Rolle, doch im Mittelpunkt stehen in diesem Electronic-Arts-Titel Feiern und Freunde, das Zurechtfinden in der College-Stadt sowie jede Menge studentischer Unsinn. Einziges Manko: Die Entwickler haben sich voll und ganz an amerikanischen Hochschulen orientiert. Voraussetzung für das Spiel ist ein Windows-Rechner, der mindestens 1,5 Gigahertz schnell sein sollte sowie eine Sims-2-Version als Basis für das Erweiterungspaket. Preis: ab 28 Euro.

FÜR FREUNDE DES ROLLENSPIELS: WORLD OF WARCRAFT

Galten Online-Rollenspiele bislang nur als Freizeitspaß für Hardcore-Spieler, tummeln sich seit Ende Februar Hunderttausende Europäer als virtuelle Helden in der bunten Fantasiewelt von „World of Warcraft“. Auch Einsteiger kommen schnell zur Sache: für das Erledigen kleiner Aufgaben gibt es Erfahrungspunkte, die der Spielfigur neue Kräfte und Fähigkeiten verleihen. In der Gruppe ist das besonders einfach – geht es doch zumeist um die Jagd auf garstige Monster. Ehe man sich versieht, steckt der Spieler im Sog einer unglaublich lebhaften Parallelwelt. Da wuseln Hasen und Eichhörnchen durch die Wälder, lauern Giftspinnen und Orks hinter jeder Ecke und in den großen Städten herrscht emsiges Treiben. Die Spielumgebung ist riesig, so dass man auch nach Tagen eifrigen Spielens lediglich einen Bruchteil von ihr zu sehen bekommen hat. Für Abenteurer ab zwölf Jahren mit einer Breitbandverbindung ins Internet, sowie einem Zwei-Gigahertz-PC. Preis: 45 Euro für das Spiel und einen Freimonat, danach 12,99 Euro monatliche Abo-Gebühren.

ANTIKE SIMULATION: KINDER DES NILS

Im alten Ägypten lenkt der Spieler die Geschicke einer Stadt am Nil und genießt dabei den Job eines Teilzeitpharaos. Drei Dinge bilden dabei die tragenden Säulen der Gesellschaft. Die Nahrung wird von Bauern am Ufer des Nils angebaut und geerntet. Ziegel benötigen die Wusel-Ägypter für die Errichtung ihrer prunkvollen Bauwerke und schließlich muss der Pharao durch glorreiche Taten wie Erkundungen oder den Bau von Monumenten Prestigepunkte sammeln, um vom Volk geliebt und verehrt zu werden. Das Erbauen großer Pyramiden gehört zu den großen Herausforderungen des Spiels. Das Ganze ist wunderschön anzuschauen und bietet im Gegensatz zur üblichen Hektik vieler Strategiespiele ein geradezu kontemplatives Spielvergnügen. „Kinder des Nils“ läuft auf Rechnern ab 1,2 Gigahertz und ist ohne Altersbeschränkung im Handel. Preis: 40 Euro

AUF ZU FERNEN PLANETEN: NIBIRU

Im Adventure „Nibiru“ kommt der Archäologiestudent Martin Holan in einem alten Nazi-Bunker in Böhmen einem Mysterium auf die Spur, wie es sonst nur Indiana Jones zuteil wird. Das Dritte Reich suchte dort Kontakt zu den Bewohnern eines unbekannten Planeten, von antiken Hochkulturen „Nibiru“ genannt. Welcher finstere Plan verbirgt sich hinter diesen Machenschaften? Zunächst geht es auf Spurensuche in Prag. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist angenehm moderat – selten wird der Spieler mit richtigen Kopfnüssen konfrontiert. Dafür wird ihm gelegentlich ein Zeitlimit für die Lösung der Aufgabe gesetzt. Die Hauptfigur bleibt leider etwas blass, obwohl das Spiel hervorragend synchronisiert ist. Ab zwölf Jahren. Das Spiel stellt nur geringe Anforderungen an den PC: Ein 800-Megahertz-Rechner reicht. Preis: 40 Euro

FÜR SPARFÜCHSE: GOLD GAMES 8

Wer neue Computerspiele zu teuer findet, kann mit Spielesammlungen oft ein Schnäppchen machen. In der achten Ausgabe der „Gold Games“ stecken immerhin drei echte Perlen: das Debüt von Geheimagent Sam Fisher in „Splinter Cell“, die akrobatischen Kämpfe des „Prince of Persia“ und der Geheimtipp „Beyond Good & Evil“. Mehr als einen Blick ist auch das grafisch ungewöhnliche, spielerisch aber eher konventionelle Actionspiel „XIII“ wert. Der spannende Spionage-Thriller setzt ganz auf die comichafte Optik und erzielt damit eine äußerst originelle Atmosphäre. Abenteuer pur gibt es auch im Piratenspiel „Fluch der Karibik“. Das Rennspiel „World Racing“ ist trotz einiger kleiner Macken die eine oder andere Runde wert. Der Rest der Spielesammlung ist eher Beilage: das Echtzeit-Strategiespiel „Lords of Everquest“ basiert auf dem gleichnamigen Online-Rollenspiel. Die Flugsimulation „Lock on“ ist eher etwas für Spezialisten und „Biathlon 2004“ ist nur ein äußerst schwacher Trost für die bei dieser Windows-Spielesammlung zu kurz gekommenen Sportfans. Preis: 25 Euro

Meinberlin.de verlost zehn Exemplare von „Nibiru“. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 18. April. Sie finden es unter: www.meinberlin.de/nibiru

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