Medien : Fernseh-Duelle in USA und Frankreich – ein Rückblick

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Die Geschichte des TV-Wahlkampfs begann vor fast 40 Jahren mit den Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy und Richard Nixon. Die Debatte bewies, wie wichtig ein telegenes Äußeres ist. Nixon war ungeschminkt, wirkte blass und hatte keine Chance gegen den gebräunten Kennedy.

Es folgte es eine Pause. Die Amtsinhaber, darunter Richard Nixon, wollten ihren Herausforderern keine Chance geben, sich vor einem Millionenpublikum zu profilieren.

1980 zeigte sich Ronald Reagan mit kurzen, prägnanten Sätzen dem demokratischen Amtsinhaber Jimmy Carter klar überlegen. Reagans Frage an die Zuschauer „Seid ihr heute besser dran als vor vier Jahren?“ zeigte am Wahltag seine Wirkung.

1992 war neben Bill Clinton und Amtsinhaber George Bush mit Ross Perot erstmals ein dritter Kandidat zur Debatte zugelassen. Im Präsidentschaftswahlkampf 2000 zeigte sich der unerfahrene Redner George W. Bush überraschend stark gegen den Debattenprofi Al Gore. Gore wurde sein Aufstöhnen bei den Ausführungen seines Kontrahenten und die nicht immer wahrheitsgetreuen Erzählungen über seine Einsätze als Vizepräsident vorgeworfen.

In Frankreich werden die TV-Duelle traditionell einige Tage vor der zweiten Runde veranstaltet und gelten als Höhepunkt des Wahlkampfes. Das letzte Streitgespräch, 1995 zwischen dem Neogaullisten Jacques Chirac und dem Sozialisten Lionel Jospin, ging „unentschieden“ aus. Vor der Stichwahl am 5. Mai wird jetzt mit großer Spannung das Duell zwischen Jean-Marie Le Pen und Chirac erwartet. Amtsinhaber Chirac hat noch nicht zugesagt – möglicherweise fürchtet er Le Pens Schlagfertigkeit. Dabei werden in Frankreich auch bei scharfen Auseinandersetzungen persönliche Angriffe vermieden. In guter Erinnerung sind die Zweikämpfe zwischen dem Sozialisten François Mitterrand und seinem konservativen Gegenspieler Valéry Giscard d’Estaing. „Sie haben nicht das Monopol der Herzen“, sagte Giscard 1974 zu Mitterrand in Anspielung auf dessen unnahbare Art. 1981 behielt der siegreiche Mitterrand das letzte Wort mit dem Satz, „Sie sind der Mann der Passivität“. dpa

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