Medien : Fernsehchef von Dagestan erschossen Weiterer Journalist in Moskau ermordet

Innerhalb eines Tages sind in Russland zwei Journalisten ermordet worden. In der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus wurde der Chef der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt, Gadschi Abaschilow, am Freitagabend vor einem Geschäft in der Hauptstadt Machatschkala erschossen. Das teilte der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Tschaika übernahm persönlich die Leitung der Ermittlungen. Die Täter hätten die Schüsse aus einem Auto abgefeuert und seien dann entkommen.

Zuvor war in Moskau der dagestanische Reporter Iljas Schurpajew in seiner Wohnung niedergestochen und mit einem Gürtel erdrosselt worden. Der Journalist des staatlichen Fernsehsenders „Erster Kanal“ hatte vor allem aus der Unruheregion Dagestan berichtet, aus der er selbst auch stammte und wo seine Frau mit dem gemeinsamen Kind lebt.

Über die Hintergründe beider Taten war zunächst nichts bekannt. Medien spekulierten über einen möglichen Zusammenhang zwischen beiden Verbrechen. Die Ermittler machten dazu zunächst keine Angaben. Laut Polizei gab es zunächst keinen Hinweis auf ein berufliches oder politisches Tatmotiv im Fall Schurpajew. In seinem Internet-Tagebuch hatte der 32-Jährige zuletzt über Einschränkungen seiner Arbeit in Dagestan geklagt, ohne konkrete Anschuldigungen auszusprechen. Er sei aber nie selbst politisch in Erscheinung getreten, betonte Schurpajew in dem Tagebuch.

In Russland kommen jedes Jahr Journalisten gewaltsam ums Leben, oft werden die Todesumstände nie vollständig aufgeklärt. Im November 2006 wurde die Kremlkritikerin Anna Politkowskaja erschossen. Sie hatte oft über Menschenrechtsverletzungen im Nordkaukasus berichtet. Die Täter sind bis heute nicht vor Gericht gestellt. dpa/Tsp

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