Fernsehen : ARD-Intendanten wollen Anfang Februar über Boßdorf entscheiden

Ein neues Gutachten des SED- und Stasi-Experten Jochen Staadt gibt Anlaß zu neuer Diskussion.

Hamburg - Die Intendanten der ARD-Anstalten wollen bei ihrem Treffen am 6. und 7. Februar in Köln entscheiden, ob Hagen Boßdorf ARD-Sportkoordinator bleibt. Grundlage ihres Gesprächs ist ein neues Gutachten des SED- und Stasi-Experten Jochen Staadt, das die ARD in Ergänzung zu den Unterlagen der Birthler-Behörde angefordert hatte.

Wie ARD-Sprecher Rudi Küffner am Mittwoch mitteilte, gibt Staadts Gutachten Anleitungen zum besseren Verständnis der Stasi-Unterlagen, in denen Boßdorf als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) geführt wird. Einzelheiten zum Inhalt wollte der Sprecher nicht nennen. Boßdorf hat Kontakte zur DDR-Staatssicherheit immer eingeräumt, jedoch eine IM- Mitarbeit stets bestritten. Die Birthler-Behörde hatte im Dezember 2006 neue Unterlagen über Boßdorf geliefert, in denen sie eine Erhärtung des Stasi-Verdachts gegen den Journalisten sieht.

Die Intendanten seien sich in ihrer Schaltkonferenz am Dienstag einig gewesen, dass dieses Thema nicht am Telefon besprochen werden sollte, sagte Küffner. Zunächst solle Boßdorf selbst nun Gelegenheit bekommen, sich zu der neuen Ausarbeitung zu äußern. Danach wollen die Intendanten bei ihrer Konferenz in Köln entscheiden, ob ein neuer Sachverhalt vorliegt, der einer Erfüllung des bis April 2007 laufenden Vertrags mit Boßdorf im Wege steht.

In der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung Boßdorfs mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) ist für Ende Januar ein Gütetermin beim Hamburger Arbeitsgericht geplant. Der NDR hatte einen bereits mit Boßdorf abgeschlossenen Vertrag als Sportchef des Senders wegen neuer Stasi-Vorwürfe zurückgezogen. Dagegen hat Boßdorf rechtliche Schritte eingeleitet. (tso/dpa)

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