Fernsehen : "Casablanca" in 3-D

Der Aufwand für das 3-D-Fernsehen ist immens: Wenn derzeit Firmen wie das Software-Unternehmen Cyberlink durch Deutschland touren, um besonders die 3-D-Funktionen der Videoabspiel-Software PowerDVD 10 anzupreisen, reisen sie mit großem Gepäck.

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Blick in die Zukunft: Firmen wie Sony, Panasonic und Samsung werden in diesem Jahr 3-D-Fernseher herausbringen. Das Technikportal Heise.de hat bereits ein Gerät getestet. Foto: pa/Photoshot
Blick in die Zukunft: Firmen wie Sony, Panasonic und Samsung werden in diesem Jahr 3-D-Fernseher herausbringen. Das Technikportal...Foto: picture alliance / Photoshot

Denn wer Filme auch daheim in perfekter räumlicher Tiefe genießen will, benötigt dafür entweder einen geeigneten 3-DFernseher oder einen speziellen Computermonitor wie den 24-Zoll-Acer-Bildschirm für 250 Euro, den Cyberlink-Produktmanager Volker Maxisch im Gepäck hat. Mit diesem Monitor und einer speziellen 3-DBrille entsteht ein dreidimensionales Filmerlebnis, und das sogar in voller High-Definition-Auflösung. Die Software kann darüber hinaus jeden beliebigen Film wie beispielsweise „Casablanca“ oder „Star Wars“ in 3-D anzeigen, indem der Streifen Bild für Bild analysiert wird. Mit einem Laptop mit 3-D-Bildschirm für unter 700 Euro gelingt dies sogar unterwegs auf einer Zugreise.

Für das 3-D-Erlebnis kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, die alle das gleiche Ziel haben: das linke und rechte Auge mit den jeweils benötigten unterschiedlichen Bildinformationen zu versorgen, die dann im Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild vereint werden. In der einfachsten Variante sind die Brillengläser unterschiedlich gefärbt. Das Verfahren funktioniert sogar bei handelsüblichen Fernsehern, allerdings geht die Farbechtheit verloren. Dieser Nachteil entfällt bei der Polarisationstechnik: Das eine Glas lässt nur horizontal schwingendes Licht durch, das andere die vertikalen Schwingungen. In der Praxis wird dies mit einer Halbierung der Auflösung erkauft. Das derzeit beste Verfahren erfordert Monitore mit einer sehr hohen Bildfrequenz. Bis zu 240 Mal je Sekunde wird das Bild auf dem Monitor wiedergegeben, je 120 Mal für jedes Auge. Eine sogenannte Shutter- oder Jalousienbrille sorgt dafür, dass immer das richtige Auge die richtige Bildinformation erhält.

Bei den 3-D-Fernsehern hat Samsung derzeit die Nase vorn. Das Unternehmen wird in den nächsten Tagen erste 3-D-Geräte in den Handel bringen, schreibt das Technikportal Heise.de, das einen entsprechenden 46-Zoll-Fernseher gerade getestet hat und sich sehr positiv über die dreidimensionale Darstellung auslässt – auch wenn es derzeit noch keine 3-D-BluRay-Discs zu kaufen gibt.

Ob und wann das ganz normale Fernsehen in echtem 3-D im Wohnzimmer zu sehen sein wird, ist jedoch noch unklar. Bislang gibt es nur einzelne Ankündigungen aus den USA und Großbritannien für zusätzliche 3-D-Kanäle. Immerhin: Sony wird Teile der Fußball-WM in Südafrika in 3-D filmen, einige Szenen soll es auf dem Fifa-Fanfest in Berlin zu sehen geben. Und die BBC plant, die Olympischen Spiele 2012 in 3-D zu übertragen.

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