Fernsehen darf auch mehr kosten : Starkes Wachstum beim Pay-TV

Der Umsatz von Pay-TV und Paid-Video-on-Demand ist 2013 über die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze gesprungen. Und das Wachstum soll weitergehen

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„The Bridge“. Die Serie mit Diane Kruger läuft auf dem Pay-TV-Sender Fox.
„The Bridge“. Die Serie mit Diane Kruger läuft auf dem Pay-TV-Sender Fox.Foto: picture alliance / dpa

Die deutschen Zuschauer lassen sich wunschgemäßes Fernsehen immer mehr kosten. Nur mit diesem Nutzerverhalten, ob im Pay-TV- oder im Paid-Video-on-Demand, ist zu erklären, dass das Bezahlfernsehen in Deutschland 2013 stark gewachsen ist. Laut einer Studie des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) sind die Umsätze im Pay-TV-Sektor von 1,84 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 2,05 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Für 2014 prognostiziert der Verband ein Wachstum um zehn bis 15 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro in Deutschland. Derzeit sind 88 Pay-TV-Programme im Abonnenment verfügbar, davon strahlen 73 Sender ihre Programme in HD aus.

Was immer den einzelnen Kunden zum Abo motiviert – exklusiver Live-Fußball bei Sky, Premieren internationaler Serienhits oder reine Schlagerkanäle –, in der Summe kann diese Fernsehbranche für die vergangenen fünf Jahre einen Abonnentenanstieg um fast 50 Prozent auf 6,4 Millionen melden. Die potenzielle Reichweite des Pay-TV liegt bei 10,2 Millionen Zuschauern. Zahlen, die Frank Giersberg, Leiter Marktentwicklung im VPRT, beim Pressegespräch in München jubeln ließen: „Damit könnten wir auch in Deutschland vor einem neuen goldenen TV-Zeitalter stehen.“ Giersberg schloss dabei werbefinanzierte TV- und Video-on-Demand-Angebote ein. Klar ist: Dem Privatfernsehen in Deutschland geht es gut bis sehr gut. Katharina Behrends, Geschäftsfüherin NBC Universal Global Networks Deutschland, erwartet, dass „in wenigen Jahren jeder dritte Zuschauer ein Pay-TV-Abonnent sein wird“. Rund 800 Millionen Euro sollen die Sender und Plattformen laut VPRT-Schätzung ins Programm investiert haben, von 14 000 Premieren ist die Rede. Neben exklusiven Inhalten soll der Faktor „Fernsehen hier und jetzt, wie ich es sehen will“ Attraktion versprechen. Linear oder nonlinear, zu Hause oder unterwegs. Also wird Geld in HD und Ultra HD, in zeitversetztes Fernsehen, mobile Angebote und Video-on-Demand gesteckt.

Löst Pay-TV das Free-TV in Deutschland ab? Vielleicht und irgendwann. Im gesamten Zuschauermarkt wirft der Zwerg Pay-TV nur im Abendlicht lange Schatten. Der aktuelle Marktanteil des gesamten Bezahlfernsehens liegt bei 2,2 Prozent, Free-TV kommt nach dieser Rechnung auf 97,8 Prozent. Joachim Huber

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