Fernsehen der Zukunft : TV ohne Fernbedienung

Apple und Google wollen in diesem Jahr die Nutzung des Fernsehens revolutionieren. Auch Apples Spracherkennung Siri könnte beim Fernsehen zum Einsatz kommen.

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"Ich habs endlich rausgefunden" - Apple will mit dem Vermächtnis von Steve Jobs das Fernsehen revolutionieren
"Ich habs endlich rausgefunden" - Apple will mit dem Vermächtnis von Steve Jobs das Fernsehen revolutionierenFoto: dapd

In Science-Fiction-Filmen gibt es genügend Blaupausen für das Fernsehen der Zukunft. Im Spielberg-Film „Minority Report“ von 2002 steht Tom Cruise vor einer riesigen Monitorwand und verschiebt Bilder mit weit ausholenden Handbewegungen von links nach rechts, vergrößert auf intuitive Weise besonders interessante Videos oder wischt nicht relevante Szenen mit einer unwirschen Bewegung beider Hände einfach zur Seite weg. Gesten wie diese könnten die gewohnte Fernbedienung bald ablösen, darauf deuten zumindest einige Vermutungen hin, die sich mit Apples Plänen für die TV-Zukunft beschäftigen.

Der „New York Times“-Autor Nick Bilton hingegen versteht Steve Jobs Ausruf „I’ve finally cracked it!“, den der im Oktober gestorbene Apple-Gründer seinem Biographen Walter Isaacson in den Block diktiert hat, auf eine andere, ebenfalls vorstellbare Art. An Stelle der Hände könnte die Stimme zur Steuerung von Apples TV-Geräten eingesetzt werden, genauer gesagt die im neuen iPhone 4S erstmals eingesetzte Spracherkennungs-Technik Siri. Zu den Besonderheiten gehört, dass Siri auf verblüffend zutreffende Weise auf beinahe beliebige Fragen antwortet. Dies resultiert aus der Kombination einer weit fortgeschrittenen sprecherunabhängigen Erkennungssoftware mit der in der Cloud befindlichen Künstlichen Intelligenz eines Expertensystems. Selbst auf die Frage „Willst Du mich heiraten?“ weiß Siri eine Antwort: „Ich glaube nicht, dass meine Lizenzvereinbarungen das zulassen“.

Auf das Fernsehen bezogen könnte Siri dabei helfen, das TV-Programm mittels einfacher Sprachanweisung nach persönlichen Interessen zu filtern, um dann die gewünschte Sendung einzuschalten. Diese TV-Zukunft könnte überdies sehr schnell Realität werden. In der vergangenen Woche kamen Gerüchte auf, nach denen die Produktion der neuen TV-Systeme bereits im Februar beginnen könnte. Möglicher Marktstart wäre Mitte des Jahres. Die taiwanesische IT-Postille „DigiTimes“ berichtet von Insidermeldungen, wonach Samsung bereits mit der Produktion der Prozessoren für iTV begonnen haben und Sharp die Monitore (32 und 37 Zoll) liefern soll.

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Apple ist dabei nicht der einzige Technologiekonzern, der das Fernsehen revolutionieren will. GoogleTV könnte die Grenze zwischen herkömmlichem Fernsehen und Internet-TV endgültig einreißen. Bei diesem System, das eine spezielle Dekoderbox mit Breitband-Internetanschluss erfordert, wird das gewünschte Programm per Suchtechnologie gefunden. Ob GoogleTV dieses Jahr tatsächlich in Europa startet ist noch nicht bekannt. Dass die Konzepte von iTV und GoogleTV die Art des Fernsehens verändern, gilt jedoch als sicher.

Klassisches lineares Fernsehen soll dabei gleichberechtigt neben Diensten wie Youtube oder anderen bewegten Internet-Inhalten stehen. Der Start in den USA verlief 2011 jedoch reichlich holprig, weil die klassischen TV-Sender Google die kalte Schulter zeigten. Außerdem kursieren seit kurzem erste Bilder von gehackten Apple Fernsehern im Netz. Hacker veröffentlichten über Twitter Fotos von geknackten Geräten, auf denen alle iOS Apps genutzt werden können.

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