Fernsehen : Ende der ARD-Karriere von Sabine Christiansen?

Die Moderatorin muss einen PR-Vertrag zügig aufklären, sonst wird sie vielleicht nie wieder in einer von der ARD ausgestrahlten Sendung auftauchen.

Joachim Huber
Sabine Christiansen
Sabine Christiansen -Foto: dpa

Der PR-Vertrag Sabine Christiansens mit der Daimler AG belastet zunehmend das Verhältnis der Moderatorin und Produzentin zur ARD. „Das wird wohl so sein“, sagte Programmdirektor Günter Struve auf die Frage, ob die Arbeitsbeziehung getrübt sei. Bislang habe Christiansen nicht aufgeklärt, wann konkret der Vertrag mit Daimler abgeschlossen worden sei. Sie ist als „Markenbotschafterin“ für Daimler tätig. Im Gegenzug für PR-Termine kann sie zwei Mercedes-Fahrzeuge kostenlos nutzen. Christiansens Anwalt hatte nach Bekanntwerden des Vertrags mitgeteilt, die Vereinbarung sei Ende Januar 2008 erstmals „zum Tragen“ gekommen. Die Journalistin ist den umlaufenden Spekulationen, dass der tatsächliche Beginn des Vertrages davor liegt und damit vor ihrer Sendung „Mein 2008“ am 11. Januar im Ersten, bis heute nicht mit Fakten entgegengetreten. Das hat in ARD-Kreisen Verwunderung ausgelöst. Christiansen hatte in „Mein 2008“ unter anderem Daimler-Chef Dieter Zetsche befragt.

Günter Struve sagte, eine „programmprägende“ ARD-Moderatorin dürfe nicht Markenbotschafterin sein, ohne den Senderverbund einzubeziehen. Juristen des verantwortlichen NDR hätten sich indes „Mein 2008“ erneut angesehen und seien „zu keiner anderen Bewertung“ gekommen. Bereits zuvor hatte der NDR mitgeteilt, bei der notwendigen Trennung von Werbung und Programm habe es nichts zu beanstanden gegeben. Der Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates, Helmuth Frahm, betonte, das Gremium erwarte, dass der Sachverhalt eines möglicherweise bereits zum Zeitpunkt der Sendung bestehenden Vertragsverhältnisses zwischen Christiansen und Daimler zügig aufgeklärt werde.

Laut NDR gibt es bei der Aufklärung „keinen Zeitdruck“; das hängt damit zusammen, dass es nach offizieller Aussage keine Planungen für weitere Christiansen-Sendungen gebe. ARD-intern war von mehreren Projekten für 2008 die Rede – vor der „Markenbotschafterin“. Das Interesse danach ist gesunken. Das Echo auf „Mein 2008“ war enttäuschend, enttäuschender noch die Quote mit 2,26 Millionen. Die brutalstmögliche Frage in der ARD lautet: Brauchen wir Sabine Christiansen noch? Eine Sprecherin ihrer Firma TV21 sagte dem Tagesspiegel, die Journalistin werde sich erst nach Ostern äußern.

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