Fernsehen für mobile User : „Tagesschau“ im Handyformat

Nachrichten kommen 2010 als App aufs iPhone. Aber nicht nur die Übertragung der Sendung wird modernisiert.

Künftig ist die „Tagesschau“ nicht nur im Fernsehen und Internet zu sehen, sondern auch als spezielle Version fürs Handy. Ab 2010 will die ARD die Nachrichtensendung als App fürs iPhone herausbringen. Kostenlos, denn die Inhalte sind bereits über die Rundfunkgebühr gedeckt, sagte Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-Aktuell am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Noch im ersten Quartal soll Tagesschau.de für mobile User abrufbar sein.

Zeitungen und Zeitschriften dürften über diesen kostenlosen Service des öffentlich-rechtlichen Senders nicht gerade jubeln. Denn viele Verlage wie der Axel Springer Verlag („Bild“, „Welt“) bieten ebenfalls Apps fürs iPhone an – allerdings gegen Bezahlung und wagen so einen ersten Schritt in Richtung Paid Content. Gniffke sieht die „Tagesschau“ jedoch nicht als Konkurrenz zu den Angeboten der Printhäuser. Tagesschau.de, derzeit etwa auf Platz sieben in der Nutzungsskala der Nachrichtenportale, präsentiere das „Hartholz“, wenig Buntes oder Sport. „Es ist nicht unsere Aufgabe, ein Ranking der schönsten News-Ladys zu präsentieren oder eine Tiger-Woods-Fotostrecke. Wir bewegen uns weiter auf unserem angestammten Korridor, auf dem wir aber weiter Maßstäbe setzen wollen.“ Ein breiter aufgestelltes Tagesschau.de-Portal werde es nicht geben, Verlinkungen zu Sportseiten oder zur ARD-Börse reichten dem Nutzer. „Die leichten Themen können andere besser, würden wir da mitmischen wollen, wären wir nicht mehr unverwechselbar.“

Nicht nur die Verbreitung der „Tagesschau“, sondern auch die Sendung selbst wird modernisiert. 2012 soll das neue Studio für die „Tagesthemen“ und die „Tagesschau“ in Betrieb gehen – allerdings nicht als virtuelles Studio, sondern als reales mit einer großen Videowand und zwei Tischen für die beiden Nachrichtenformate, durch die nach wie vor „echte“ Personen führen werden, sagte Gniffke. Ein einheitlicher Ausstrahlungstermin der „Tagesthemen“, lange Ärgernis innerhalb der ARD, hat der Sender vorerst von seiner Agenda 2010 gestrichen. sop/dpa

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