Fernsehen : Harry trifft Hollywood

Fritz Wepper und Liza Minnelli sind befreundet seit den Dreharbeiten zu „Cabaret“. Bei Arte spazieren sie gemeinsam durch die Nacht.

Thomas Gehringer
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Erobern New York. Fritz Wepper und Liza Minnelli.Foto: ZDF

Welch ungleiche Begegnung, möchte man denken: Liza Minnelli, 63, der amerikanische Weltstar, und Fritz Wepper, 67, der ewige „Derrick“-Assistent. Doch seit den gemeinsamen Dreharbeiten zum mit acht Oscars prämierten Film „Cabaret“ in München und Berlin 1971 sind die beiden befreundet. Zum Glück für die Arte-Reihe „Durch die Nacht mit …“, die regelmäßig zwei Prominente bei einem Streifzug durch eine Metropole begleitet. In diesem Fall nicht etwa durch Weppers München, sondern durch Minnellis New York.

Einen vergleichbaren Star-Rummel hat dieses 2006 mit einem Grimme-Preis ausgezeichnete Format in den 59 zuvor ausgestrahlten Folgen jedenfalls noch nie ausgelöst: Als Liza Minnelli am Arm von Fritz Wepper über den Times Square spaziert, wird sie schnell zum Mittelpunkt eines immer größer werdenden Menschenauflaufs. Die ganze Stadt ist ihre Bühne, und Minnelli bewegt sich darauf freundlich und beeindruckend professionell. Fritz Wepper ist nach diesem „Überlebenstraining“ ganz froh, dass er irgendwann wieder in die Limousine steigen darf. Die beiden suchen noch den Rainbow Room hoch oben über der Stadt im Rockefeller Center auf, wo die Minnelli ebenfalls schon aufgetreten ist, und lassen sich von Kunstsammler Alberto Mugrabi beeindrucken. Der Abend klingt in einem französischen Restaurant aus.

Man plaudert über Familie, Filme und Kunst, tauscht Erinnerungen und reichlich Komplimente aus, herzt und küsst sich. Zwischen den beiden ist trotz der Routine im Umgang mit Kameras eine besondere Verbundenheit spürbar. „Erinnerst du dich an das Bild über meinem Bett?“, fragt die Minnelli sogar ihren Fritz irgendwann, wonach beide kichernd und ein bisschen erschrocken jede weitere Mutmaßung dementieren. Der Charme von Fritz Wepper, das Temperament von Liza Minnelli – eine vergnügliche Mischung vor der Kulisse New Yorks. Nur wenige Filmausschnitte und die Musik sorgen für eine Andeutung von Glamour.

Zwanglos und unkompliziert kommt Autor Harko Baumann dem Weltstar und ihrem prominenten Freund nahe. Denn das Format lässt während des Smalltalks auch genügend Raum für persönliche Zwischentöne. Liza Minnelli erzählt oft und gerne von ihrem Vater Vincente, dem großen Regisseur, den sie verehrte, während von Mutter Judy Garland weniger die Rede ist. Und sie spricht Wepper ihr Beileid aus nach dem Tod von Horst Tappert. „Derrick“ und Hollywood, das geht hier mühelos zusammen. Thomas Gehringer

„Durch die Nacht mit Liza Minnelli & Fritz Wepper“, 23 Uhr 30, Arte

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