FERNSEHEN : Kerner macht „Kerner“, ein Talkmagazin

Piano, so geht Johannes B. Kerner sein neues Talkmagazin im Sat-1-Programm an. Ihm gehe es darum, „eine gute, interessante Sendung abzuliefern“. Dabei blicke er nicht gebannt auf die Quoten der Premiere, die ausgerechnet gegen die sehr stark gestartete RTL-Dokusoap „Bauer sucht Frau“ antreten muss. „Wir schauen nicht auf die erste, zweite Sendung, sondern wir warten mal 20 bis 30 Sendungen ab“, sagte Kerner der Agentur dpa. Aus dem Stand heraus werde es keinen Quotenerfolg geben, so eine Sendung müsse sich entwickeln.

„Kerner“ soll das journalistische Profil von Sat 1 stärken, außer einem Sediment an Nachrichten und Ulrich Meyers „Akte“-Format hat der Sender wenig zu bieten. Sat-1-Geschäftsführer Guido Bolten nennt seinen Neuzugang Kerner gar das „journalistische Flaggschiff“ von Sat 1. Die Sendung ist für den Ex-ZDF-Talker auch ein bisschen Neuland in der Mischung aus aktuellem Magazin mit vier bis sechs Themen, die in Filmbeiträgen aufbereitet werden, und Gesprächen.

Eines will Kerner auf keinen Fall: „Es wird keine seichte Plauderei mit Prominenten.“ Er wolle Themen behandeln, die die Menschen bewegen, unabhängig von Promis. „Wenn eine Kassiererin wegen verschwundener Pfandbons entlassen wird, dann ist das ein hochemotionales Thema und interessant für uns“, sagt er. Und es kommt ebenso in der ersten Sendung vor wie das Thema „Baustellenchaos auf Deutschlands Straßen“ oder ein Gespräch mit Komiker Mario Barth.

Vergleichbares macht Günther Jauch mit „Stern TV“ schon seit Jahren bei RTL – und die Konkurrenz schläft nicht. So ging es am Mittwoch bei „Stern TV“ um das Thema Rechtsirrtümer, und wie man sich dagegen wehren kann. Das wird auch Thema bei „Kerner“ sein, trotzdem es „Stern TV“ kurzfristig ins Programm genommen hatte. „Der kleine Gruß von den Kollegen ist angekommen“, sagte Kerner. „Ich nehme das als kollegialen Schulterklopfer und hätte nicht gedacht, dass die uns so ernst nehmen.“ jbh

„Kerner“, 21 Uhr 15, Sat 1

0 Kommentare

Neuester Kommentar