FERNSEHEN : Leben in Fotos: Barbara Klemm im Arte-Porträt

Michael ZajonzD
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B. Klemm

In ihren Fotografien, erklärt der einstige Redaktionskollege Wilfried Wiegand, habe sie „der Realität eine Chance gegeben“. Die Pressefotografin Barbara Klemm hat viele solcher wirklichkeitsgesättigten Fotos gemacht: das von den Scheinwerfern der Fernsehteams illuminierte Brandenburger Tor in der Nacht des 10. November 1989; oder, 1973 als Berufsanfängerin, Bundeskanzler Willy Brandt und der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew beim vertraulichen Gespräch im Bonner Kanzlerbungalow. Altmodische Schwarzweißbilder, so selbstverständlich, dass man sie sich nicht anders vorstellen kann. Rund eine Million Negative lagern im Archiv der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, bei der Klemm 35 Jahre beschäftigt gewesen ist.

In Burghard Schlichts 43-minütigem Dokumentarfilm „Schwarzweiß ist Farbe genug“ kommt die lebenskluge Fotografin ausgiebig zu Wort. Doch weil Klemm ihre Verdienste gern herunterspielt, erzählen ihr Mann, ihre beiden Schwestern, Freunde oder der Schriftsteller Ingo Schulze über Künstlerin und Werk. Regisseur Schlicht ist ein langjähriger Nachbar der Klemms in Frankfurt, auch er filmt und kommentiert aus der Perspektive des Freundes. Sein Film lebt von der Einfühlung, nicht von kritischer Distanz. Klemms Arbeiten wurden Ikonen der Pressefotografie. Obwohl Ausstellungen ihr Werk gewürdigt haben, käme sie selbst nie auf die Idee, sich als Künstlerin zu sehen: „Es ist ein Vergnügen, Dinge zu beobachten, die andere auch sehen.“ Michael Zajonz

„Schwarzweiß ist Farbe genug“, Arte, 17 Uhr 20.

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