Fernsehen : Lotse im Buchmarkt

„Lettra – lieber lesen“ ist ein bislang einzigartiger Pay-TV-Sender für Literatur. Bei mittlerweile 95.000 Neuerscheinungen jährlich ist es für Buchfreunde schwierig, den Überblick zu behalten.

Margit Lesemann

Kann man Literatur ins Fernsehen bringen? Aber ja doch! Jan Henne De Dijn und sein Partner Carsten Meincke sind sich da sehr sicher. Unter dem Motto „Lettra – lieber lesen“ gründeten sie den bislang einzigen Spartensender, der sich nur mit Büchern beschäftigt. Am 24. November um 19 Uhr ist es so weit: Dann geht Lettra in Berlin auf Sendung. Zu sehen gibt es das neue Programm über Satellit im Portfolio von Premiere Star und einigen weiteren Pay-TV-Plattformen. Etwa eine halbe Million Haushalte werden den Kanal bei seinem Start empfangen können.

Die Zielgruppe von Lettra, das sind alle Bücherfreunde, eine nicht zu unterschätzende Anzahl. „Drei Viertel der Deutschen sind Leser“, meint Jan Henne De Dijn, der zuletzt die Hamburg Media School aufbaute und davor in Brüssel Geschäftsführer des Senders Home Shopping Europe war. Bei mittlerweile 95 000 Neuerscheinungen jährlich falle es aber schwer, den Überblick zu behalten. Lettra will daher als „Lotse auf dem Buchmarkt“ beides bieten: Orientierung und Unterhaltung.

In dem 24-Stunden-Programm sollen alle zu Wort kommen, die Bücher lesen, schreiben oder verlegen. Die Formate sind vielfältig und umfassen alle Sparten. Neben einer zweistündigen werktäglichen Livesendung mit Studiogästen werden Literaturverfilmungen und Cartoons ausgestrahlt. Außerdem sind Magazine, Autoreninterviews, Dokumentationen und Servicesendungen vorgesehen, in denen es um Romane, Kinderbücher, Sachbücher und Ratgeber geht. „Reiseführer im Gepäck“ beispielsweise testet und bewertet Reiseführer vor Ort. Und die „Lettra-Buchcharts“ nehmen Bestsellerlisten unter die Lupe. Als Moderatoren konnte unter anderem das bereits beim Nachrichtensender N 24 moderierende Ehepaar Bärbel Schäfer und Michel Friedman gewonnen werden.

Insgesamt haben die beiden Geschäftsführer, die je zu 50 Prozent Gesellschafter sind, eine Finanzierung von drei Millionen Euro realisiert. Beteiligt sind Privatinvestoren, die Investitionsbank Berlin und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg. Die Finanzierung sei auf drei Jahre gesichert, sagt Henne De Dijn. Bereits im zweiten Geschäftsjahr soll Lettra profitabel arbeiten.

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