Fernsehen : Premiere erstmals in der Gewinnzone

Die Zukunft des Bezahlsenders Premiere ist auch nach dem erstmaligen Sprung in die Gewinnzone ungewiss. Nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte hofft der Sender auf neue Verhandlungen.

München - «Die Situation ist offen», sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Dienstag in München. Es gebe aber Fortschritte. In den kommenden Wochen sollten Entscheidungen fallen. Bis dahin seien Prognosen für die Umsatz- und Gewinnentwicklung in diesem Jahr nicht möglich. Allerdings sei Premiere auch ohne Fußball-Bundesliga attraktiv. Ab der kommenden Saison will der Pay-TV-Konzern erstmals Spiele der Champions League live im frei empfangbaren Sportsender DSF präsentieren.

Im vergangenen Jahr machte Premiere erstmals einen Gewinn. Nach Steuern erzielte der Konzern ein Ergebnis von 48,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 80,6 Millionen Euro im Jahr zuvor. «Bei der Profitabilität haben wir einen kräftigen Sprung nach vorne gemacht», sagte Kofler. Falls der Pay-TV-Sender in der nächsten Saison tatsächlich keine Fußball-Bundesliga senden könne, müsse er vielleicht kleinere Brötchen backen. Dies müsse aber nicht weniger profitabel sein. «Wir sind in keiner Panik- oder Katastrophenstimmung.»

Die zu dem Kabelnetzkonsortium Unity Media gehörende Sportrechteagentur Arena hatte Premiere im Bieterverfahren um die Übertragungsrechte für die Bundesliga ausgestochen. Premiere verhandelt nun über eine Sublizenz. Seit dem Verlust der Rechte hat die Premiere-Aktie die Hälfte ihres Börsenwerts verloren. Experten rechnen mit zahlreichen Kündigungen im Sommer.

Im vergangenen Jahr konnte der Pay-TV-Sender seinen Aufwärtstrend noch fortsetzen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um gut 73,5 Prozent auf 137,5 Millionen Euro. Damit lag Premiere im Rahmen der Erwartungen. Der Gesamtumsatz legte um 9,1 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro zu. «Mit einer Wachstumsrate von 9,1 Prozent liegen wir weiterhin klar über dem Durchschnitt der deutschen Medienindustrie», sagte Kofler. Die Zahl der Abonnenten sei im vergangenen Jahr um 319.282 auf 3,57 Millionen gestiegen. «Insgesamt ist Premiere für den künftigen Wettbewerb im Fernsehmarkt solide und flexibel positioniert.»

Eines der offenen Probleme konnte Premiere jetzt beseitigen. Der Konzern hatte sich neben den Pay-TV-Rechten erstmals auch die Rechte an der Champions League für das frei empfangbare Fernsehen gesichert. Zunächst wollte Premiere für die Übertragung der 13 Spiele einen neuen Sender aufbauen oder kaufen. Nun werden die Partien im DSF präsentiert. Die Einigung sei perfekt, teilte die Unternehmen am Dienstag mit. (tso/dpa)

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