Fernsehen : „Riecht wie faule Eier“

40 Jahre Mondlandung: Der Pro-7-Film von Richard Dale erinnert am Sonnabend an die vergessenen Details der Apollo-11-Mission.

Kurt Sagatz
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In historischer Mission: Daniel Lapaine als Neil Armstrong.Foto: Promo

Der kleine Schritt von Neil Armstrong und der große Sprung für die Menschheit mit der Landung der Apollo-11-Besatzung auf dem Mond am 20. Juli 1969, diese Bilder gehören zur kollektiven Erinnerung der Menschheit. 600 Millionen Menschen in Amerika, Europa und Asien hatten Armstrongs Gehversuche auf dem Erdtrabanten vor 40 Jahren live am Fernsehgerät verfolgt. Am Sonnabend beginnt Pro 7 mit dem Film „Moonshot“ den Erinnerungsreigen.

Filmemacher Richard Dale ist Experte für die Nachbereitung großer Ereignisse. Anders als bei „Diana – die letzten 24 Stunden“ oder „9/11 – die letzten Minuten im World Trade Center“ umfasst seine Rekonstruktion der Mondlandung einen weitaus größeren Zeitraum, der mit Kennedys Versprechen von 1961 beginnt, dass noch bis Ende des Jahrzehnts ein Amerikaner den Mond betreten werde. Acht Jahre sollten bis dahin vergehen. Jahre, in denen Rückschläge auch tödlich endeten, wie der Pro-7-Film zeigt.

Vor allem aber erinnert Dale an die Details, die Randnotizen jenseits der bekannten Bahnen der bemannten Raumfahrt. An Tintenklecksbilder beim psychologischen Eignungstest. An die Versuche, in Vakuumgefäße zu urinieren. Oder daran, dass Mondgestein nach faulen Eiern riecht. Aber auch, dass Apollo 11 fast mit schrecklichen Folgen gescheitert wäre.

Historisch gesehen war die Mondlandung ein Wettlauf der Supermächte. Dales „Moonshot“ konzentriert sich auf den Wettstreit zwischen Neil Armstrong (Daniel Lapaine) und Buzz Aldrin (James Marsters) um den bedeutsamen ersten Schritt auf dem Mond, den Armstrong wegen seiner größeren Ausgeglichenheit gewann. Alle wussten, dass nach dem „kleinen Schritt“ die größere Herausforderung darin bestehen würde, mit diesem historischen Bild zu leben.

Zu den Dingen, die seither oftmals vergessen wurden, gehört die Faszination des Projektes. Dass diese Vision Wirklichkeit wurde, weil Menschen in ihren Anstrengungen nicht nachgelassen haben, ist ein zentrales Motiv des Films. Auch wenn die Menschen auf der Erde nie verstehen werden, wie es sich anfühlt, im All zu sein oder den Mond zu betreten, wie Buzz Aldrin sagte. Kurt Sagatz

„Moonshot – Der Flug von Apollo 11“, Pro 7, Sonnabend 20 Uhr 15

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