Medien : Fernsehen, surfen, telefonieren und sparen

Das TV-Kabel reicht: die neuen Kombi-Angebote im Überblick

Kurt Sagatz

Die Idee ist verlockend: Man erhält den Zugang zu Fernsehen, Telefon und Internet direkt aus einer Hand und spart dabei auch noch Geld. Die Experten in den Marketing-Abteilungen nennen das „Triple Play“, auch wenn sich dieser Begriff erst langsam bei den umworbenen Kunden herumspricht. Während die Telekom noch die dafür nötigen Netze aufbaut (siehe Kasten), sind beim Fernsehkabel die Voraussetzungen für Triple Play bereits jetzt gegeben. Vor allem Kabel Deutschland als Marktführer unter den Kabelgesellschaften setzt auf die neue Technik und will bis zum Jahresende 100 000 Kunden für das Kombiangebot gewinnen. Ein Aktionsprogramm, das zuerst bis zum 31. März befristet war, wurde gerade um drei Monate verlängert.

WER KANN DAS ANGEBOT NUTZEN?

Bereits jetzt steht das Angebot von Kabel Deutschland in Berlin für 1,1 Millionen Haushalte zur Verfügung, in denen das Kabelnetz für Triple Play modernisiert wurde. Als Einstieg wird dazu ein TV-Kabelanschluss von Kabel Deutschland benötigt. Dazu können nun diverse Angebote für Telefonie und Internet oder einer Kombination aus beidem hinzugebucht werden. Im Rahmen des Aktionsprogrammes werden bei den meisten Tarifen die Bereitstellungsgebühr sowie die Kosten für das Kabelmodem erlassen, das für die Nutzung des TV-Kabels für Telefonie und Internet benötigt wird. Weitere Einsparmöglichkeiten ergeben sich durch Zusatzdienste wie eine Festnetz-Flatrate oder das Auslandspaket.

WAS BEDEUTET AUSBAUGEBIET?

Voraussetzung für die Nutzung von Fernsehen, Internet und Telefon über das TV-Kabel ist, dass man im so genannten Ausbaugebiet wohnt. In Berlin gilt das für die Mehrzahl der am TV-Kabel hängenden Gebiete. Durch den Ausbau hat das TV-Kabel einen so genannten Rückkanal erhalten. Darüber laufen die Telefongespräche oder die Internet-Abfragen. Über die Internet-Homepage von Kabel Deutschland (www.kabeldeutschland.de) kann festgestellt werden, ob das eigene Haus zum Ausbaugebiet gehört. Zudem muss in der Wohnung eine so genannte Multimedia-Dose am TV-Kabel installiert sein, die neben den beiden Anschlüssen für Radio und Fernsehen eine dritte Buchse für das Kabelmodem enthält. Aber auch in Häusern, die zwar im Ausbaugebiet liegen, aber deren interne Verkabelung noch nicht den neuen Anforderungen genügt oder in denen die Multimediadose fehlt, müssen nicht auf Triple Play verzichten. Kabel Deutschland übernimmt die Kosten für die Modernisierung, wenn in einem Einzelhaus eine neue Leitung gezogen oder wenn in einem Mehrfamilienhaus bei vorhandener Multimediagestattung des Vermieters das Kabelnetz modernisiert werden muss.

WIE LANGE DAUERT ES, BIS DAS TELEFON UMGESTELLT IST?

Von der Antragstellung bis zur Installation des Kabelmodems dauert es derzeit ungefähr ein bis zwei Wochen. Ist bereits die Multimediadose vorhanden – wie in vielen Wohnungsgesellschaften – geht es verständlicherweise schneller als wenn im Haus das vorhandene Kabel noch modernisiert werden muss. Direkt nach der Installation kann bereits über das TV-Kabel telefoniert werden. Bis jedoch die alte Rufnummer auf das Kabel umgelegt wird, und somit auch der alte Vertrag ausläuft, dauert es länger. Bis zur so genannten Portierung vergehen ungefähr weitere vier bis sechs Wochen, in denen also sowohl an Kabel Deutschland als auch beispielsweise an die Telekom gezahlt werden muss. Die Details regelt das Kabelunternehmen direkt mit der Telefongesellschaft.

EINFACHER MIT SCHNURLOSTELEFONEN

Beim Telefonieren über das Fernsehkabel ändert sich für den Kunden wenig. An das Kabelmodem lassen sich analoge Telefone mit zwei unterschiedlichen Telefonnummern anschließen. Auf Wunsch können die alten Telefonnummern mitgenommen werden. Damit man direkt nach der Installation des Kabelmodems die Kostenvorteile nutzen kann, ist es ratsam, nur die alte Hauptnummer zu übernehmen, die dann nach der Freigabe durch den ehemaligen Telekommunkationsanbieter umgelegt wird. Die zweite Nummer wird von Kabel Deutschland vergeben und steht sofort nach der Installation bereit. Um sich unnötiges Kabelverlegen zu ersparen, empfehlen sich Schnurlostelefone. Bei vielen Modellen ist es möglich, mehrere Telefone über eine Basisstation zu betrieben, die dann über eigene Ladestationen verfügen sollten. Anstelle des zweiten Telefons lässt sich auch ein Faxgerät anschließen.

PC ANS INTERNET ANSCHLIESSEN

Das Kabelmodem stellt eine dauerhafte Verbindung ins Internet her. Eine Einwahl wie bei der Internet-Verbindung über ein analoges Modem oder ISDN gibt es nicht. Um einen Computer an das Modem anzuschließen, wird entweder ein Netzwerkkabel oder ein USB-Kabel benutzt. Sollen sich mehrere Rechner den Internet-Anschluss teilen, wird ein so genannter Router an das Kabelmodem angeschlossen. An diesen Verteiler können mehrere Computer über Netzwerkkabel angeschlossen werden. Besondere Einstellungen an den PCs sind nicht nötig, es muss auch keine zusätzliche Software installiert werden. Wurde zuvor die Internet-Verbindung per Modem hergestellt, muss diese Verbindung in den Internet-Optionen entfernt und der Zugang mit einem Mausklick auf eine „LAN-Verbindung“ umgestellt werden.

ANSCHLUSS AN EIN FUNKNETZWERK

Befinden sich die Multimediadose und somit das Kabelmodem und der Computer in unterschiedlichen Räumen, ist der Aufbau eines Funknetzwerkes über Wireless LAN eine bequeme Alternative zum Strippenziehen. Zur Zeit hat Kabel Deutschland allerdings kein Kabelmodem im Angebot, es soll aber ab April wieder entsprechende Geräte geben. Es ist aber möglich, auf dem freien Markt Netzwerkrouter für Wireless LAN zu kaufen und einzusetzen. Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um die gängigen DSL-Geräte handelt, sondern um Funkrouter, die sich direkt an ein Netzwerk anschließen lassen. Zudem sollte das eigene Funknetzwerk direkt nach der Installation vor dem Zugriff von außen geschützt werden. Dazu wird einerseits der Router selbst per Passwort abgesichert. Zum anderen muss die Datenübertragung verschlüsselt werden, am besten mit dem WPA2-Protokoll.

0 Kommentare

Neuester Kommentar