Medien : Fernsehjournalismus: Keine Rücksicht auf Politiker

Politiker können von Journalisten nach Ansicht der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel keine Rücksicht und schon gar keine Nachsicht erwarten. "Aber die Wahrung seiner Würde und der Respekt vor seiner Persönlichkeit sind die vornehme Aufgabe des Journalisten", sagte die Politikerin bei der Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises für Fernsehjournalismus in Köln.

Der Journalist sollte niemandem verpflichtet sein außer der Wahrheit, betonte Merkel in ihrer Laudatio. Das sei in einer Zeit, in der die Einschaltquote über den Fortbestand einer Sendung und die Auflagenhöhe einer Zeitung über den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses bestimmten, allerdings leichter gesagt als getan.

Mit dem Preis wurden am Dienstagabend Gabi Bauer, Maybrit Illner und Sandra Maischberger ausgezeichnet. Der mit jeweils 5000 Mark dotierte Preis wird alljährlich an Moderatoren, Reporter und Redakteure vergeben, die mit ihrer Arbeit Herausragendes geleistet und gezeigt haben, dass sie für kritischen und unabhängigen Journalismus stehen.

Gabi Bauer moderiert im Wechsel mit Ulrich Wickert die ARD-"Tagesthemen", Maybrit Illner präsentiert im ZDF die politische Talkshow "Berlin Mitte" und Sandra Maischberger hat sich mit einer nach ihr benannten täglichen Interview-Sendung auf n-tv einen Namen gemacht. Sie hatte jüngst auch den Deutschen Fernsehpreis erhalten.

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis erinnert an den 1995 verstorbenen "Tagesthemen"-Moderator. Er wird von einem Freundeskreis des Journalisten vergeben, zu dem Manfred Bissinger, Klaus Bresser, Jürgen Leinemann, Fritz Pleitgen, Hermann Schreiber und Ulrich Wickert sowie die Witwe Ilse Friedrichs gehören.

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