Medien : Fernsehmuseum: Alf

Stephan Weichert

"Null Problemo" war der Standardspruch der 80er Jahre, als die Welt noch nichts vom Klonen ahnte. Damals träumte die Menschheit von Außerirdischen als ihrem vollkommenen Ebenbild. E.T. und Enterprise erregten die irdischen Gemüter - in Kino und Fernsehen wurden Trends gesetzt. Der Bildschirm war übervölkert mit Unbekannten Flugobjekten, Aliens und Dickköpfen, die unbedingt nach Hause telefonieren mussten. Das Liebenswürdigste aus dem All war Gordon Shumway. Zumindest äußerlich: brauner weicher Pelz, Schweine-Rüsselchen, Spock-Ohren, ein Meter sechs klein.

Doch unterm dicken Fell steckte ein durchtriebener Rebell vom Stern Melmac. Zum Beispiel liebte er Katzen, besonders zum Frühstück. Eine Kostprobe seiner Gourmet-Rezepte: 500 Gramm frisch gehackte Perserkatze, Zwiebeln, Tomaten und Mais ergeben ein delikates Chili con Katze. Zum intergalaktischen Fünf-Sterne-Menü mundet der Moselwein "Zeller Schwarze Katz".

Zurück in die Zukunft: Gordons Shumways Werdegang auf Erden begann Mitte der 80er, als er mit seiner Raumschüssel zur Bruchlandung auf dem Garagendach der Familie Tanner in L.A. ansetzte. Die Tanners - Willie, Kate, Lynn, Brian und Katze Lucky - hatten auf diesen Tag gewartet: Dank ihres Außerirdischen konnte die US-Durchschnittsfamilie 102 TV-Folgen lang aus ihrem gutbürgerlichen Trott ausbrechen.

1988 kontaktierte Mr. Shumway, genannt Alf, erstmals good old Germany. Die 237-jährige außerirdische Lebensform trieb vorerst im ZDF Schabernack - und feierte mit acht Millionen Zuschauern wöchentliche Quotenerfolge. Zwischen Multisanostol- und Ariel-Reklame brachte Alf ab sofort auch deutschen Kindern schlechte Manieren bei. Und tut es noch immer - jeden Samstagmittag bei Sat 1.

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