Medien : Fernsehmuseum: Der Alte

Thilo Wydra

Was dem Stefan Derrick sein Harry ist, das ist dem Alten sein Gerd Heymann. Er hat sie alle überlebt, der Gerd, wie sie ihn beim "Alten" alle kumpelhaft-vertraut rufen: Den bärbeißigen Köster (Siegfried Lowitz - der einzig wahre, der echte Alte), und Charly Huber, der irgendwann nicht mehr wollte und die Erfolgsserie verließ. Ja, die heimliche Konstante des "Alten", das ist der Gerd, verkörpert von Michael Ande, der von Anfang an, seit 1977, dabei ist. "Der Alte", wie "Derrick" und "Der Kommissar", vom inzwischen 75-jährigen Münchner Erfolgs-Produzenten Helmut Ringelmann zusammen mit Dauer-Drehbuch-Autor Herbert Reinecker ersonnen, ist längst zum Fernseh-Mythos avanciert, zu einer der tragenden ZDF-Säulen. Was wäre der Fernseh-Freitag ohne die Krimis im Zweiten? Seine Fälle löst Leo Kress alias Rolf Schimpf in gewohnt schnoddriger Souveränität ohne viel Tamtam und Brimborium, der Gerd assistiert hier ein wenig, der Charly-Huber-Nachfolger Pierre Sanoussi-Bliss dort ein wenig. Zwischendurch kommt immer mal der verhuschte Riedmann (Markus Böttcher) hereingeschneit, um die neuesten Ergebnisse aus dem Labor zu diskutieren. Den bebrillten Riedmann gibts immerhin auch schon seit Kösters späteren Zeiten, als er noch richtig milchbubenhaft umherstolperte. Riedmann ist quasi eine halbe "Alte"-Konstante. Neben dem Gerd Heymann natürlich. Denn eigentlich ist unser Gerd für uns heute ja der heimliche "Alte". Jawohl! Und eigentlich plädieren wir dafür, dass im Falle einer überfälligen Spätpensionierung von Leo Kress der Gerd endlich, endlich ans Ruder darf. Dann ist er nämlich auch schon über 60 und hat die besten Voraussetzungen, uns noch 20 Jahre als "Alter" erhalten zu bleiben. Stefan Derrick ging schließlich auch erst mit 75, und sein Wagen-Vorfahrer Harry ist jetzt arbeitslos. Kommt davon. Dem Gerd aber wünschen wir das nicht.

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